Mailänder Männermode Jil Sander ohne Jil Sander


Wie gut ist die neue Kollektion aus dem Hause Jil Sander ohne ihre berühmte Namensgeberin? Bei der Mailänder Herrenmodewoche müssen ihre Nachfolger den Beweis antreten, dass es auch ohne sie geht.

Die Modewelt hat am Sonntag das neue Jahr eingeläutet und zwar mit dem Beginn der Mailänder Männermodeschauen. Gleich zum Auftakt des fünftägigen Modezirkus präsentieren große Namen wie Gianni Versace, Dolce & Gabbana und Rocco Barocco ihre Kollektionen Herbst/Winter 2005/2006.

Experten dürften einen aufmerksamen Blick auf die Präsentation des Hauses Jil Sander werfen, nachdem sich die 60-jährige Designerin kürzlich erneut von der Hamburger Modefirma getrennt hatte. Die Modemacherin wollte nach eigenen Worten keine Abstriche an der Qualität ihrer Kollektionen hinnehmen. Nach ihren Angaben wollte die Prada-Holding das Budget der Marke Jil Sander kürzen, um den Konzern vor dem geplanten Börsengang auf Gewinn zu trimmen.

"Qualität ist das Rückgrat der Marke"

Gian Giacomo Ferraris, Vorstandsvorsitzender der Jil Sander AG, dementierte hingegen in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", das zur Prada-Gruppe gehörende Unternehmen wolle Einsparungen bei der Qualität vornehmen. "Qualität ist das Rückgrat der Marke", sagte Ferraris dem Blatt.

Eine Gruppe unbekannter Designer werde künftig die Kollektionen der Modemarke "Jil Sander" entwerfen. Es soll keinen einzelnen Nachfolger für die Designerin geben, sagte Ferraris weiter. Die Trennung von ihr habe sich nicht im Streit vollzogen.

Das Beste zum Schluss

Jil Sander hatte vor vier Jahren schon einmal das Unternehmen verlassen und war im Sommer 2003 zurückgekehrt. Ihren Weggang im November vollzog sie ohne Angabe von Gründen. Das Unternehmen zeigt an diesem Sonntag in Mailand seine Herrenkollektion für Herbst und Winter 2005, die noch in Teilen von Jil Sander entworfen wurde.

Weitere Highlights in Mailand sind bis zum 20. Januar die Präsentationen von Gianfranco Ferré, John Richmond sowie von Valentino und Krizia Uomo. Höhepunkt und Abschluss sind am Donnerstag die Modenschauen von Giorgio Armani.

DPA DPA

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