Mailänder Mode Rauchen mit Stil


Das Rauchverbot in Italien können auch italienische Designer nicht mehr kippen. Sie haben aber eine Möglichkeit gefunden, es eingefleischten Zigarettenfans auch an kalten Tagen erträglicher zu gestalten.

Ein originelles Rezept gegen das kürzlich in Italien in Kraft getretene Rauchverbot in allen öffentlichen Lokalen stellte bei den Mailänder Männermodeschauen, die an diesem Donnerstag zu Ende gingen, das Florentiner Modehaus Enrico Coveri vor: Ein Rauchermäntelchen für die kalten Wintertage, das es eingefleischten Zigarettenfans erlaubt, mummelig warm vor der Tür zu qualmen. Der "Smoking-Umhang" - in den Versionen elegantes Schwarz mit rotem Seidenfutter, sportlich-modern und Poncho - soll in Nachtclubs und Discotheken als hippes Outfit getragen werden: So müssen Raucher nicht jedes Mal zur Garderobe gehen, wenn sie Lust auf einen Glimmstängel haben.

Ein grandioser Abschluss

Der krönende Abschluss der Modeschauen war das grandiosen Defilee von Giorgio Armani - dem Inbegriff modischer Eleganz. Der Mailänder Designer mixte den für ihn typischen minimalistischen Look mit edlen Stoffen und reihte sich damit genau in den Trend ein, der sich bei den fünftägigen Schauen abzeichnete: "Mann" bekennt sich wieder zu Eleganz und Schönheit und präsentiert sich der Frauenwelt als selbstbewusster Gentleman und Dandy.

Ob schicke Jackets mit Seiden- und Samtrevers, Pelz gefütterte Jacken oder leger um den Hals gelegte Edel-Schals - Armani blieb seinem unverkennbaren Stil treu. Als Farben dominierten die Wintertöne Schwarz, Grau und Braun.

"Make-up ist nicht nur ein weibliches Vorrecht"

Im Stil der neuen Eleganz kreierte auch Valentino einen eher eitlen Typ Mann, der mit Pelz gefütterte Trenchcoats, Safari-Jacken in Astrakan und Schafsleder-Parkas trägt - und sich schminkt. "Make-up ist nicht nur ein weibliches Vorrecht, auch ein Mann kann es benutzen", lautet das Credo des römischen Modeschöpfers.

Die vier Byblos-Designer Federico Piaggi, Stefano Cytron, Manuele Facchini e Greg Myler widmeten ihre Schau am Donnerstag dem zeitlosen Mythos von Steve McQueen in den berühmten Porträts von Starfotograf William Claxton: Der Mann von Byblos hat das gewisse Etwas, ist faszinierend und elegant, ohne zu übertreiben. Farbenfrohe Pullis und Cardigans in Rot und Türkis, weich fallende Hosen und Jacken im Look tibetanischer Teppiche rundeten die Schau ab.

Brad Pitt: "der schönste Schauspieler des Moments"

Fendi zeigte elf an Caravaggio-Bildern inspirierte Outfits und wartete dabei mit Musselinhemden, Mönchs-Kapuzen und T-Shirts mit Malteserkreuzen auf. In Dandy-Optik kommt der Smoking des römischen Modehauses daher, der am Kragen anlässlich des 80-jährigen Bestehens von Fendi die vier Ziffern 1925 trägt. Das Defilee von Krizia war hingegen als Hommage an Brad Pitt gedacht, "den schönsten Schauspieler des Moments", so die Designerin. Ledersmokings wechselten mit Maxi-Kaschmirpullis, sexy ärmellosen T-Shirts und Gürteln im Ketten-Look.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker