VG-Wort Pixel

Miu Miu auf der "Paris Fashion Week" Bodyshaming vorprogrammiert: Diesen 2000er-Trend will keiner zurück

Miu Miu auf der "Paris Fashion Week": Bodyshaming vorprogrammiert: Diesen 2000er-Trend will keiner zurück
Ein totgeglaubter Trend kehrt auf die Laufstege zurück. Doch die wenigsten dürfte das freuen – hat er uns doch schon in unserer Jugend in die Verzweiflung getrieben. 

Miu Miu ist das preiswertere Label von Miuccia Prada und speziell für jüngere Kundinnen gedacht. Gestern stellte das Label auf der "Paris Fashion Week" seine neue Kollektion vor und präsentierte einen totglaubten Trend: Miniröcke, die knapp unter den Po reichen und tief auf der Hüfte sitzen. 

Vertreter meiner Generation dürften sich schnell an die furchtbare Zeit erinnern, in der jedes Kleidungsstück tief auf der Hüfte sitzen musste. Großeltern machten ihre Scherze, ob das noch ein Rock oder schon ein Gürtel sei – und man selbst saß mit knurrendem Magen in der Schule, damit die trendige Klamotte auch bloß passte. Seinen Höhepunkt erreichte der Trend, als Christina Aguilera in ihrem Video zu "Dirrty" einen so knappen Rock trug, dass die Öffentlichkeit ob des Songinhalts und des dazugehörigen Videos empört war. 

Extrem kurze Miniröcke: Christina Aguilera machte es vor

Slutshaming stand an der Tagesordnung und Christina Aguilera kokettierte mit dem vermeintlichen Schlampenimage. Das dazugehörige Album hieß passenderweise "Stripped" und auch hier zeigte sich die Sängerin auf dem Cover in einer Hüftjeans, die fast bis zum Schambein reichte. Dass ihre Figur mehr als ungesund war, konnte man in den darauffolgenden Jahren beobachten, denn Aguilera hatte immer wieder mit Gewichtsschwankungen zu kämpfen.

An dieser Stelle hat unsere Redaktion Inhalte aus Instagram integriert.
Aufgrund Ihrer Datenschutz-Einstellungen wurden diese Inhalte nicht geladen, um Ihre Privatsphäre zu schützen.
DATENSCHUTZ-EINSTELLUNGEN
Hier können Sie die Einstellungen für die Anbieter ändern, deren Inhalte sie anzeigen möchten. Diese Anbieter setzen möglicherweise Cookies und sammeln Informationen zu Ihrem Browser und weiteren, vom jeweiligen Anbieter bestimmten Kriterien. Weitere Informationen finden Sie in den Datenschutzhinweisen.

Die heute dralle Christina ist der menschliche Beweis. Später versuchte die Sängerin mit Weiblichkeit zu punkten, indem sie sich als eine Art 20ies-Burlesque-Künstlerin gab, aber da krähte scheinbar schon kein Hahn mehr nach ihr. Trauriges Überbleibsel des Teenie-Stars sind die Kaufhausparfüms, die ihren Namen tragen. Das transportiert die Message: Nur wenn du jung und dünn bist, dann bist du auch interessant. 

Bodyshaming vorprogrammiert 

Doch genau das beunruhigt mich bei dem neuen Trend: Um ihn zu tragen muss man im besten Fall jung, dünn und ohne Kurven sein. Bodyshaming ist da quasi schon vorprogrammiert, wenn bei den Mädels der sogenannte "Muffin-Top", also die Speckröllchen, die über den Bund hervorquellen, über den kurzen Röckchen zu sehen sind. Aber große Überraschung liebe Modeindustrie: Wir Frauen haben nun mal Hüften und einen kleinen Bauch, denn das ist allein aus medizinischen Gründen schon ganz richtig so. Schließlich bergen wir in unserem Bauchraum wichtige Organe. 

Diesen Trend braucht keiner 

Es wundert kaum, dass Influencer:innen, die ein toxisches Körperbild vermitteln, die Kollektion auf Instagram längst feiern. Meine Hoffnung liegt bei der Jugend, die heute deutlich politisch aktiver ist und bewusster lebt, als es meine konsumgeile Generation der späten 90er- und frühen 2000er-Jahre war. Vielleicht rennen sie nicht wie wir jedem verdammten Mode-Hype hinterher. Denn diesen Trend braucht sicher kein Mensch mehr. 


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker