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Pariser Haute Couture: Gaultier 2004: Wild und sexy

Der französische Stardesigner Gaultier verblüffte am Ende der Haute Couture mit einer originellen neuen Kollektion: gewagt sexy und sehr körperbetont.

"Aufgehende Sonne", "Phönizierin", "Schock", "Anakonda" und "Pool party". Hinter diesen rätselhaften Namen versteckt sich die neue Kollektion von Jean-Paul Gaultier, die der französische Stardesigner am Mittwoch in Paris vorstellte. Nichts haben die Kreationen miteinander gemein: Jedes Modell ist anders, kein Kleid oder Rock gleicht dem anderen. Mit seiner verblüffenden Kollektion hat Gaultier am Ende der viertägigen Haute-Couture-Schauen für Frühling/Sommer 2004 erneut bewiesen, dass er zu den innovativsten und originellsten Designern gehört.

Besonders ausgefallen ist ein schwarzes Mini-Korsettkleid, dessen Nähte mit großzügigen Stichen zusammengefügt sind und viel Haut preisgeben. Das Modell "Hautnah" zeigt zwar weniger Haut, hält aber was es verspricht. Der eng anliegende, bis übers Knie reichende Rock aus Kreppstoff wird von einer "profilierten" Jacke ergänzt, die den Oberkörper wie eine Ritterrüstung umschließt und dabei den Busen extrem betont.

Zauberhafte Mode mit viel Sexappeal

Viel Sexappeal hat auch ein schwarzes Seidenensemble. Der lange Rock ist bis zu den Oberschenkeln völlig durchsichtig und das Oberteil besteht aus nicht viel mehr als zwei breiten transparenten Bändern, die über den Busen laufen und wie Hosenträger wirken. "Anakonda" verzaubert das Mannequin in ein schlangenähnliches Wesen. Der mit Pythonschuppen bestickte Jersey-Minirock lässt jede Menge Bein erblicken. Dazu trägt die modebewusste Frau einen hautfarbenen Gaze-Body und einen kurzen Trench aus Python-Haut.

Einfallsreich war Gaultier nicht nur bei seinen Kreationen. Auch seine Schau war einfach anders: Nur 400 Journalisten hatten das Privileg in das ehemalige Museum für afrikanische und ozeanische Kunst geladen zu werden. Gaultier verzichtete auf den klassischen Laufsteg und ließ stattdessen die Models einzeln in die vielen Salons treten.

"Spieglein, Spieglein..."

"Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land", unter diesem Motto stand die Kollektion des Haute-Couture-Hauses Valentino. Der Hitklassiker "You’re so vain" von Carly Simon eröffnete das Defilee. Zentrales Thema: die Eitelkeit - für Valentino übrigens ein wesentliches Element der Haute-Couture. So zeigt die Valentino-Frau, was sie hat: viel Chic, Klasse und Verführungskraft. Die Kostümröcke sind knielang und eng anliegend. Einige sind hinten leicht geschlitzt oder seitlich durch einen Volanteinsatz verziert. Interessant wird es bei den taillierten Jacken, die vorne so weit geöffnet und abgerundet sind, dass sie den Blick auf den Bauchnabel frei geben. Sie werden in Brusthöhe nur mit einem einzigen Knopf geschlossen.

Der Büstenhalter ist ein wichtiges Element in der Kollektion von Valentino. Perlenstickereien oder Schleifen betonen die verschiedenen Modelle. Immer wieder blitzt so ein Prunkstück unter Kleid oder Bluse auf. Aber auch die Schalkrägen fallen so tief, dass sie den Blick auf den BH völlig frei geben. Auffällig: Ein Traum in lachsfarben. Das knielange Spitzenkleid ist hinten bis zu den Oberschenkeln geschlitzt und seitlich mit einer Schleife verziert, die den Blick auf die weiblichen Reize aber nicht behindert.

Luftig und leicht in den Frühling

Bei Emanuel Ungaro ging es luftig und leicht zu. Das Lieblingsmaterial des Designers für Frühling/Sommer 2004 ist eindeutig Seide. Die Kreationen sind elegant und schlicht, dabei aber gleichzeitig froh und heiter. Besonders auffallend sind neben den Kostümen mit lebhaften Blumenmustern die schwarz-weiß gepunkteten Röcke und die Kimono ähnlichen Woll- und Seidenmäntel.

Sabine Glaubitz, dpa / DPA
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