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Keine TV-Übertragung mehr: Warum Victoria's Secret einen Imagewandel braucht – und das dringender als je zuvor

Die alljährliche Victoria's-Secret-Modenschau wird nicht mehr im US-Fernsehen übertragen. Mitarbeitern des Unternehmens wurde diese Entscheidung als notwendig verkauft - dabei könnte dahinter viel mehr stecken. 

Victoria's Secret

Victoria's-Secret-Engel auf dem Laufsteg: Elsa Hosk, Lily Aldridge, Alessandra Ambrosio, Adriana Lima und Candice Swanepoel (v.l.) Diversität? Fehlanzeige.

Picture Alliance

Einmal mit Engelsflügen und funkelndem Glitzer-BH über den Laufsteg schreiten - der Traum vieler junger, aufstrebender Models. Über Jahrzehnte hinweg war die alljährliche Victoria's Secret Fashionshow für Fans des großen Modespektakels ein absolutes Highlight. Die TV-Übertragung musste man gesehen haben, wollte man am nächsten Tag mitreden können. Wer würde auftreten, welches Model würde den "Fantasy Bra" tragen? 

Victoria's Secret: Keine TV-Übertragung der Fashionshow mehr

Diese Zeiten sind lange vorbei. Mittlerweile ist Victoria's Secret vor allem ein Unterwäschehersteller, dessen Models zwar wunderschön aussehen, der aber mit seiner Auswahl an Frauen kategorisch diskriminiert. Diversität? Fehlanzeige. Erst im November vergangenen Jahres hatte das australische Supermodel Robyn Lawley gefordert, die Marke zu boykottieren. Mit der Petition "We Are All Angels" bei Change.org rief sie dazu auf: "Lasst uns Victoria's Secret dabei helfen, auf den Laufstegen vielfältiger zu werden, was Körperformen und Größen angeht. Victoria's Secret hat in den vergangenen 30 Jahren vorgegeben, dass nur eine Körperform schön ist", schrieb sie in der Petition. Nachdem die Firma über Jahrzehnte gefeiert wurde, schlägt ihr nun harter Gegenwind entgegen. Und auch die Quoten der TV-Übertragung lassen zu wünschen übrig. 

Während 2014 noch über neun Millionen Zuschauer einschalteten, waren es laut "Forbes" 2017 nur noch fünf Millionen. 2018 sank die Zahl auf mickrige 3,3 Millionen. Und auch die Verkäufe gehen zurück. In der vergangenen Woche bekamen Mitarbeiter des Unternehmens eine Benachrichtigung: Zukünftig würde die Fashionshow nicht mehr im TV übertragen werden. CEO Leslie Wexner erklärte laut "New York Times", man glaube, "kommerzielle TV-Übertragung passe nicht mehr". Alternativ würde man sich nach anderen Übertragungsmöglichkeiten umsehen, die die "Mode-Grenzen im globalen digitalen Zeitalter überschreiten". Klingt, als würde man die eigenen Mitarbeiter überzeugen wollen, dass die Entscheidung eigenmächtig getroffen wurde. 

Wahrscheinlicher ist, dass die Marke in Zukunft wird umdenken müssen. Die Zeiten sind vorbei, da Victoria's Secret kritiklos gefeiert wurde. Das zeigen nicht nur Petitionen wie die von Robyn Lawley oder andere Protestbewegungen im Netz. Am Ende sprechen die nackten Zahlen dafür: Victoria's Secret braucht einen Imagewandel. Und das dringender als je zuvor. 

Quellen: "Forbes" / "New York Times"

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ls