HOME

Das Foodtribunal: Sollte man das noch essen? Diesmal: Avocado

Avocado auf Toast, Avocado in der Guacamole oder Avocado im Sushi – die grüne Frucht ist ein absolutes Trend-Food. Wir erklären, woher sie kommen, wie es mit den Inhaltsstoffen aussieht und wie gesund Avocados wirklich sind.

Von Katharina Meyer zu Eppendorf

Avocado auf Schneidebrett

Avocados sind ein absolutes Trend-Food aber sollten wir sie noch essen? (Symbolbild)

Das Gewissen

Harald Lemke ist Philosoph und Ernährungsethiker:

Die Avocado eignet sich besonders gut als Alternative zu tierischem Fett. Schließlich sollten wir alle versuchen, weniger Fleisch zu essen. Trotzdem sollte man beim Avocado-Kauf darauf achten, dass für ihren Anbau keine Waldflächen gerodet werden mussten und sie einen vergleichsweise kurzen Transportweg zurückgelegt hat. Die traditionell lateinamerikanische Frucht wächst nämlich auch in Spanien.

Die Gesundheit

Dr. Christina Steinbach ist Ernährungswissenschaftlerin:

Die Avocado wird nicht umsonst "Butterfrucht" genannt. Ihr Fettgehalt ist für ein Obst mit 15 Prozent sehr hoch, sodass man mit einer 200-Gramm-Frucht schon mal 300 kcal zu sich nehmen kann. Das sollte einen aber nicht abschrecken. Gerade wer sich Low-Carb ernährt, kann mit der Avocado wichtige Fette aufnehmen. Die Avocado ist außerdem ein guter Lieferant für viele ungesättigte Fettsäuren. Die schützen Gefäße und wirken sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus. 

Der Geschmack

Sven Nöthel ist Küchenchef im Restaurant Am Kamin:

Die Avocado ist das Allroundtalent in Salaten, auf Broten, in Soßen. Weil sie so ölig ist, passt sie zu Sesam, Thunfisch und allem, was man unter asiatischen Aromen zusammenfassen kann. Wie die perfekte Avocado auszusehen hat, darüber wird gestritten. Es gilt: In Soßen lieber die reifere, weichere und auf dem Brot und im Salat die etwas festere Frucht wählen. Und bitte in Folie und mit Kern aufbewahren! Das hält die Avocado länger frisch.  

Dieser Artikel erschien erstmals in der NEON-Ausgabe 10/2017.