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TV-Comeback: "X Factor" kommt zurück ... und damit ein Stück Kindheit: Die drei gruseligsten Folgen

Jonathan Frakes, der Moderator von "X Factor: Das Unfassbare" war ein Held meiner Kindheit. Niemand konnte so mysteriös Geschichten erzählen, die "so oder so ähnlich" passiert sein sollen. Nun kehrt die Serie zum 20. Jubiläum für zwei neue Folgen zurück.

Jonathan Frakes in "X Factor: Das Unfassbare"

Niemand konnte so toll optische Täuschungen vorführen wie Jonathan Frakes in "X Factor: Das Unfassbare"

Es gibt Dinge, die einen in der Kindheit einfach geprägt haben: die Backnachmittage mit der Oma, die gigantische Phil-Collins-CD-Sammlung der Eltern oder der Bruder, der einem immer alles weggegessen hat. Und dann gibt es Fernsehsendungen wie "X Factor: Das Unfassbare". Die haben uns auch irgendwie geprägt – wenn auch auf sehr verstörende Art und Weise. (2012 stellte die Kommission für Jugendmedienschutz sogar fest, dass die Sendung durch die Vermischung von Wahrheit und Fiktion gegen den Jugendschutz verstößt – nach 14 Jahren. Zu spät für meine geschundene Kinderseele ...)

"X Factor: Das Unfassbare kehrt zurück"

Doch was kümmert uns der Jugendschutz, denn zum diesjährigen 20. Jubiläum zeigt RTL2 am 4. November zwei neue eigens produzierte Folgen der "mysteriösen Kultserie" mit insgesamt zehn Geschichten. Yay! Wer sich jetzt schon auf Jonathan Frakes freut, wird allerdings enttäuscht. Moderieren wird der Schauspieler Detlef Bothe, bekannt aus dem "Tatort" oder "James Bond". 

"X Factor: Das Unfassbare kehrt zurück" mit Detlef Bothe

Am 4. November zeigt RTL2 zwei neue Folgen "X Factor: Das Unfassbare kehrt zurück" mit Detlef Bothe

Obwohl ich mich jedes Mal zu Tode gegruselt habe und bei jeder Story gehofft habe, dass sie "von den kreativen Autoren" ausgedacht wurde (obwohl, eigentlich habe ich irgendwie insgeheim immer gehofft, dass alles wahr ist), saß ich trotzdem ständig heimlich vor dem Fernseher, wenn meine Eltern nicht da waren und hab mir eine Folge nach der anderen reingezogen. Einige der Geschichten, die sich "so oder so ähnlich" irgendwie im Nirgendwo von Amerika ereignet haben sollen, haben sich so dermaßen in meinen Kopf gebrannt, dass ich mich heute noch an sie erinnern kann.

Für diesen Artikel habe ich sie mir auch noch einmal angesehen. Nachdem ich gestern die komplette Staffel "The Haunting of Hill House" geguckt hatte, war das natürlich ein Klacks. 

Hier kommen meine drei Lieblingsfolgen, die allesamt "wahr" seien sollen und überaus kreative Titel haben (hust):

Platz 3: "Die Frau im Spiegel"

Mona sieht nach einem Nervenzusammenbruch immer wieder eine halb verweste Frau (deren Gesicht ich nie wieder vergessen habe) im Flurspiegel des Hauses, in dem sie mit ihrem Mann wohnt. Seitdem hat sie Angst davor, in den Spiegel zu sehen, doch außer ihr kann die mysteriöse Frau niemand sehen. Eines Nachts ist Mona alleine zu Hause, als sie ein Einbrecher überfällt. Er hält ihr ein Messer an die Kehle, da sieht der Mann die gruselige Frau im Spiegel, erschrickt und fällt die Treppe herunter. Als er festgenommen wird, stellt sich heraus, dass er zuvor eine Frau getötet hatte. Und es ist NATÜRLICH die Frau, die Mona immer im Spiegel gesehen hatte – und ihr damit das Leben gerettet hat.

Platz 2: "Die neuen Augen"

Sonya bekommt eine Hornhauttransplantation, nachdem sie durch eine Krankheit ihr Augenlicht verloren hat, und kann endlich wieder sehen. Eines Tages sitzt sie im Restaurant eines Motels, als ihr ein Mann an der Bar auffällt, der ihr bekannt vorkommt. Er bemerkt ihr Starren und wird wütend. Sonya bekommt Angst und will das Motel verlassen, doch der Mann folgt ihr auf ihr Zimmer und überfällt sie. Sie kann fliehen. Von der Polizei erfährt sie, dass der Mann ein gesuchter Mörder ist, der bereits die Frau getötet hat, von der die junge Frau die Hornhaut bekommen hat. WAS EIN ZUFALL. 

Platz 1: "Der unheimliche Keller"

Eine Studentin arbeitet als Housesitter und soll das Haus eines Mannes bewachen. Sie sitzt vor dem Fernseher und telefoniert mit einer Freundin, als das Programm plötzlich umschaltet und einen Mann zeigt, der in einem Keller Beton anmischt. Sie schaltet um, doch das Video kommt immer wieder. Selbst auf dem Fernseher in der Küche kann sie es sehen. Das Schaben der Schaufel ist zu hören – auch als sie den Fernseher aus der Steckdose zieht. Sie macht sich auf dem Weg Richtung Geräusch und landet im Keller des Hauses. Dort findet sie eine Kamera, mit der das Video aufgenommen wurde und stellt fest, dass sie im Keller aus dem Video steht. Obwohl sie die Kamera ausschaltet, hört sie noch immer ein Kratzen. Hinter einer Luke in der Wand findet sie eine vollkommen fertige Frau, die ihr sagt, ihr Mann habe sie bei lebendigem Leibe begraben wollen. 


Diese Geschichte war als Kind für mich das Gruseligste, das ich je gehört hatte. So gruselig, dass ich sie bei jeder gruseligen Gelegenheit meinen Mitmenschen erzählt habe. Ich will mich ja schließlich nicht umsonst und ganz alleine gruseln.

Zwei Folgen "X Factor: Das Unfassbare kehrt zurück" gibt es am 4. November um 18:15 Uhr bei RTL2. Für richtige Hardcore-Fans gibt es an dem Tag ab 9:35 Uhr die volle Dröhnung alter Folgen.

Jule schaut Verónica