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"Maybe, Baby" im Kino: Diese Komödie zeigt, wie hart die Entscheidung zum Kinderkriegen wirklich ist

Kinderkriegen - ja oder nein? Dass diese Frage vor allem für viele Frauen nicht so leicht zu beantworten ist, zeigt der Debutfilm von Julia Becker. Die Schauspielerin hat ihre eigenen Erfahrungen in einer Komödie verarbeitet.

Maybe, Baby

Marie (Julia Becker) und ihr Liebhaber Lukas (Christian Natter)

Krieg ich eins, ist mein bisheriges Leben vorbei. Krieg ich keins, bereue ich es vielleicht einmal. Will ich überhaupt eins? Kann ich überhaupt eins kriegen? Und wann wäre der richtige Zeitpunkt? Kaum eine Entscheidung ist so radikal lebensverändernd, wie die für oder gegen ein Kind. Vor allem viele Frauen hadern mit dem Kinderkriegen, denn für sie bedeutet es noch mehr als für die Väter: Erst einmal bist du raus. Raus aus dem Job. Raus aus deinem gewohnten Körper. Raus aus deinem Alltag. Die Schauspielerin Julia Becker hat dieses Hadern immer wieder bei sich und im Freundeskreis beobachtet und irgendwann beschlossen: Das muss doch mal jemand in einer Komödie aufarbeiten!

Julia Becker

Julia Becker

"Maybe, Baby" heißt ihr Film, für den sie das Drehbuch geschrieben und Regie geführt hat und die Hauptrolle übernahm. Im Mittelpunkt steht Marie: Die 34-Jährige ist mit Sascha (Marc Ben Puch) liiert, mit dem sie ein Mal im Monat Sex nach Plan hat - er wünscht sich ein Kind. Marie hingegen ist jedes Mal froh, wenn es noch nicht geklappt hat. Aus Frust stürzt sie sich in eine Affäre mit dem jungen Lukas (Christian Natter) - und muss per Zufall feststellen, dass auch Sascha eine Liebhaberin hat. Zu viert eingesperrt in einer Berghütte geht's - mit viel Humor -  ans Eingemachte.

"Dieses Unmoralische im Film spricht viele an"

"Ich wollte keine Frau zeigen, die partout kein Kind will, sondern eine, der es schwer fällt zu entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt ist. Im Freundeskreis hab ich die Erfahrung gemacht: Wenn es passiert, ziehen es viele Frauen auch durch und sind dann happy damit. Aber jede Frau muss das ganz allein für sich entscheiden", sagt Julia zu NEON. Die 36-Jährige hat selbst noch keine Kinder und kennt die Zweifel, die viele Frauen die Entscheidung aufschieben lassen. "Das Kopfkarussell dreht sich ständig."

Mit "Maybe, Baby" zeigt sie humorvoll, dass die Frauen mit ihren Sorgen nicht alleine sind. "Mir sagen ganz viele Frauen, dass sie dankbar sind, dass mal jemand sagt, wie schwierig die Entscheidung ist," erzählt Julia. Es ist ein Thema, das viele Paare um die 30 umtreibt. "Oft lautet das Feedback: Toll, dass ihr zeigt, dass die eine Sache die andere eben nicht aufwiegt. Man kann es nicht aufholen, wenn man wegen Kindern in der Karriere zurück bleibt." Auch das Unmoralische im Film spreche viele Zuschauer an: "Dass man einen Liebhaber hat, obwohl man jemand anderen liebt. Aber manchmal ist es eben kompliziert."

Dass wie im Film der Mann derjenige ist, der sich unbedingt Kinder wünscht und die Frau zögert, hat Julia übrigens auch in ihrem Umfeld beobachtet. "Viele Männer kennen das Problem, wollen vielleicht seit Jahren Kinder aber können ihre Freundinnen auch verstehen, dass es jetzt noch nicht geht," sagt sie.

"Maybe, Baby" läuft seit Donnerstag deutschlandweit in den Kinos.

sst
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