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Neue NEON-Serie #sexbewusst: Warum wir mit euch über weibliche Sexualität sprechen wollen

Neue NEON-Serie: #sexbewusst: Warum wir mit euch über weibliche Sexualität sprechen wollen
Grafik: Philipp Möller - Sprecherin: Jessica Kröll - Redaktion: Linda Richter 




Habt ihr euch schon einmal gefragt, warum sich manche Orgasmen anders anfühlen als andere? Sind klitorale besser als vaginale - oder umgekehrt?
Die meisten Frauen haben bereits einen klitoralen Orgasmus erlebt. Weniger berichten, dass sie einen vaginalen Orgasmus kennen. Aber warum vergleichen wir die beiden überhaupt? Um den Orgasmus der Frau ranken sich viele Mythen. Lange haben Männer die Wissenschaftswelt beherrscht, Ihre Ideen prägten, wie wir über Sex denken. Einige dieser Legenden geistern noch heute durch die Köpfe. 
Mythos 1: Nur unreife Frauen haben einen klitoralen Orgasmus.
Diese Annahme verdanken wir dem Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud und seiner Sexualtheorie. Er wertete klitorale und vaginale Lust unterschiedlich - mit gravierenden Folgen für das Image der weiblichen Sexualität. Seine These: Der vaginale Orgasmus sei erwachsen, der klitorale unreif für eine richtige Frau.
Freuds Aussage hatte Konsequenzen: Ab da galten Frauen, die keine vaginalen Orgasmen kannten als psychisch unterentwickelt. Oder anders gesagt: Wer nicht beim Sex mit dem Gatten zum Höhepunkt kam, war frigide. 
Das änderte sich erst 1966 durch die Sexualforscher Virginia Johnson und William Masters. Sie fanden heraus, dass alle Orgasmen körperlich gleich ablaufen. Ihre Studien waren eine Revolutionen und wichtig für die sexuelle Freiheitsbewegung in den USA: So wie sie hatte noch niemand Sex  betrachtet. Sie dokumentierten die Körperreaktionen von fast 700 Probanden beim Akt. 
Masters und Johnson beschrieben auch die Einzigartigkeit der Klitoris. Denn dank ihr, besitzen Frauen ein Organ zur Steuerung ihrer Lust. Dennoch legten die Forscher damals den Fokus auf Vaginalsex und seine Abläufe.  Sie dachten: Wenn Frauen beim Vaginalsex mit ihrem Partner nicht zum  Höhepunkt kommen, liege eine Störung vor. 
Denn dabei werde die Klitoris indirekt mitstimuliert und das genüge der Mehrheit der Frauen. Damit stärkten sie eine weitere Legende:
Mythos 2: Penetration ist der beste Weg zum Orgasmus.
Die Sozialwissenschaftlerin Shere Hite bewies 1976 das Gegenteil. Im Hite-Report zeigt sie, dass zwei Drittel der von ihr befragten Frauen ausschließlich durch klitorale Stimulation bei der Selbstbefriedigung kommen. Auch wenn Hites Umfragen methodisch bemängelt wurden - werteten sie die Klitoris und ihre wertvolle Rolle für die Lust auf.
Allerdings stellten danach viele die Relevanz und Empfindsamkeit der Vagina infrage. 
Mythos 3: Vaginale Orgasmen existieren nicht.
Auch das stimmt natürlich so pauschal nicht. Forscher schauen heute differenzierter darauf wie wir Orgasmen erzeugen. 
Viele Faktoren beeinflussen, wie wir Höhepunkte erleben. Neben unserem Körper gehören dazu auch die Erfahrungen, die wir in unserem Leben beim Sex machen.  
Mehr
Sex macht Spaß. Sex versetzt uns in Ekstase. Vor allem ist Sex aber auch: meistens privat, und doch immer im Raum. Also lasst uns darüber reden: Mit #sexbewusst startet NEON eine Serie für Frauen und alle, die sich für weibliche Lust interessieren. 

"Sex sells" mehr denn je: Mode, Autos, Schokomilch – viele Firmen bewerben ihre Produkte mit leicht bekleideten Körpern und der Verheißung intimer Momente. Bilder weiblicher Reize gibt es also zuhauf. Kaum aber kommt zur Sprache, was der weiblichen Lust eigentlich zugrunde liegt.

Darum geht es hier. Wir wollen Wissen schaffen: Kann man sich zum Orgasmus denken? (Ja!) Ist es eine gute Idee, Sex zu haben, wenn ich meine Periode habe? (Möglich.) Wie kann ich dafür sorgen, dass mir die Berührungen des anderen gut tun? All das sind Themen, denen wir auf den Grund gehen wollen. Dabei geht es nicht darum herauszufinden, wie Sex richtig geht. Wir wollen gemeinsam mit euch herausfinden, was zum Thema Sex heute erdacht, erforscht und gelebt wird. Und wie das eigentlich geht: bewusster, guter Sex.

In der ersten Folge haben wir Orgasmusmythen entlarvt: Mehr dazu erfahrt ihr auch in unserem animierten Video oben.

Let's talk about sex, ladies

Wir sprechen mit Forschern, Sex-Coaches und Experten auf dem Gebiet der Sexualität aus der ganzen Welt, um zu ergründen, was wir heute über Frauen und Sex wissen und was wir nur vermuten können. In 20 Videos geben wir Einblicke in aktuelle Coaching-Trends und Ideen aus der Tantra- und Slow-Sex-Szene. Wie erleben Frauen Sex? Was passiert dabei mit uns? Was heißt es eigentlich, bewussten Sex zu haben?

Denn was Lust ist und wie sie funktioniert, darüber gibt es viele Theorien. In der Vergangenheit haben oft falsche Stereotype unseren Blick darauf geformt. Und noch heute scheinen sie unser Verständnis zu bestimmen. In unserer ersten Folge geht es um klitorale und vaginale Lust, und welche Mythen wir in diesem Zusammenhang getrost vergessen können. (Alle Videos findet ihr hier.) 

Auch auf eure Meinungen sind wir gespannt. Teilt eure Gedanken und Erfahrungen über #sexbewusst mit uns oder schreibt sie an sexbewusst@neon.de.

Meditation war noch nie so sexy


Was wir schon mal sagen können: Sex ist immer auch eine individuelle Erfahrung. Deshalb haben wir in unserem Reflexionspodcast zusammen mit der Sexualberaterin Susanna-Sitari Rescio einen Erfahrungsraum für Frauen geschaffen. In zehn verschiedenen Übungen und Meditationen könnt ihr mehr über euren eigenen Körper und eure Lust lernen. (Zu allen Podcast-Folgen kommt ihr hier.)


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