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Freizeit: Fast Forward: Flesh and Bone

Breaking Bad, Game of Thrones, House of Cards: Alles schon gesehen. In der Rubrik »Fast Forward« blicken wir über den Tellerrand und empfehlen Serien, die nicht jeder kennt – im Schnelldurchlauf. Heute: Flesh and Bone.

"Flesh and Bone" zeigt die Schattenseiten des Balletts

"Flesh and Bone" zeigt die Schattenseiten des Balletts

»Flesh and Bone«: Die Abgründe einer Ballerina

Intro:
»You’re my obsession«, beschwört der Intro-Text, der einem in den Kopf geht und im Ohr bleibt. Sehr gute Wahl, wenn man bedenkt, dass es in der Serie »Flesh and Bone« um Sucht und Besessenheit in jeglicher Hinsicht geht. Aber auch die Bilder sprechen für sich – das Bild einer Ballerina, das lange nicht mehr vergleichbar ist mit einem schönen Schwan.
Musik: Karen O – Obsession (Cover des Liedes von Animotion)

Worum es geht:
Die 21-jährige Ballettanwärterin Claire hat ein Vortanzen bei der American Ballet Company. Die erste Runde schafft sie ohne lange Rede. In der zweiten Runde wird sie vom Chef der Company Paul Grayson mit ihrer nicht ganz makellosen Vergangenheit konfrontiert und muss eigentlich sofort gehen. Doch irgendwie scheint sie ihn zu überzeugen – der Zuschauer sieht jedoch nicht, wie sie es schafft. Grayson’s Gesichtsausdruck spricht Bände.

Worum es wirklich geht:
Um die eher dunklen Seiten eines Ballerina-Lebens. Keine schönen Pirouetten, rosafarbenen Tutus oder weiße Schwäne – stattdessen sind herausgerissene Zehennägel, zerfetztes Selbstbewusstsein, Drogen und Sex Teil des Trainingsplans. Es geht um Geheimnisse. Sie stehen im Vordergrund. Beginnend bei Claire’s verschleierter Vergangenheit, die so schwarz scheint, dass man sich auf nichts anderes mehr konzentrieren kann.

Besonderheiten:
Eine Serie, die für mehrere Staffeln geplant war und auf eine reduziert wurde. Nicht, weil sie keine Einschaltquoten garantiert hätte, sondern weil die Produktionsfirma wusste, wann etwas Gutes zu Ende sein muss. Dazu kommt, dass die Hauptdarstellerin wirklich etwas von ihrem Ballett-Handwerk versteht – wie soll es auch anders sein, als Solistin der Dresdener Semperoper?

Was nervt:
Ist die Tatsache, dass die Handlung mit den Geheimnissen der Rollen lebt und man als Zuschauer nicht absehen kann, wann, welches Geheimnis offenbart wird. Aber so bleibt die Spannung lange genug erhalten.

Lieblingscharakter:
Anfänglich Mia – Ballerina und Mitbewohnerin von Claire. Ihr erstes Auftreten: nackt auf der Couch ihrer Wohnung, unter ihr ein nackter Mann. Das Jersey Girl hat merkwürdige Essgewohnheiten und eine Vorliebe zum zwanglosen Sex. Später sympathisiert Daphne – sie scheint das charakterstärkste Glied in der verkorksten Welt des Balletts zu sein.

Gut gesagt:
»Ballet ist die ultimative optischen Täuschung.«, sagt Paul Grayson und meint damit, es ist nicht alles Gold, was glänzt – oder wunderschön und anmutig. Und schon gar nicht ist Ballet nur die schöne Kunst des Tanzens. Grazile Tänzerinnen und Tänzer mit dunklen, schmutzigen Geheimnissen, die alles andere als Leichtigkeit und Schönheit präsentieren.

Für Fans von:
Dramen, unangenehmen und ekligen Geschichten, die unter die Haut gehen. Die Serie ähnelt sehr dem Psycho-Thriller »Black Swan« (Natalie Portman), ist darüber hinaus jedoch ein wenig düsterer, perverser, inhaltlich hässlicher – eher wie »Nip Tuck« oder »Game of Thrones«.

Wo man es sehen kann:
Amazon Prime

Staffeln:
Abgeschlossene Mini-Serie mit 8 Episoden (à ca. 60 Minuten) in einer Staffel. Erstausstrahlung USA 11/2015. Keine Fortsetzung geplant.

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