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Schwarzer Superheld: "Black Panther" bricht alle Rekorde - 7 Fakten zum Hype um den Kinohit

Das Comic-Imperium Marvel hat mit seinem Film "Black Panther" den ersten schwarzen Superheldenfilm auf die Leinwand gebracht. Das wurde schon im Vorfeld zu Recht als Meilenstein gefeiert. Aber schon wenige Tage nach Kinostart ist der Hype noch viel größer, als irgendjemand ahnen konnte.

Black Panther

"Black Panther" in Kenia: Kinobesucher mit 3-D-Brillen in Nairobi

"Black Panther" ist nicht weniger als eine Zäsur in der Filmgeschichte. Mainstream-Kino mit einem komplett schwarzen Cast hat es in dieser konsequenten Form bisher noch nicht gegeben. Die Kollegen von "Spiegel Online" sehen hier das "Potenzial für eine kulturelle Zeitenwende". Dem können wir nur zustimmen: Der Film von Regisseur Ryan Coogler hat mit seinem bisherigen Erfolg bereits bewiesen, dass er alles verändern wird.

Nach "Black Panther" wird im Kino nichts mehr so sein, wie es einmal war. Warum? Sieben Fakten zu einem Phänomen:

Zahlen: Die Produktionskosten von "Black Panther" beliefen sich auf mehr als 200 Millionen Dollar. Bereits vor dem offiziellen Kinostart stellte der Film den Rekord für den höchsten Vorverkauf aller Superheldenfilme auf und hat bisher weltweit binnen weniger Tage 426,7 Millionen Dollar eingespielt. Nur "Jurassic World", "The Avengers" und zwei "Star Wars"-Filme spielten zum Start noch mehr Geld ein. Es ist überhaupt das erste Mal, dass ein Film mit überwiegend schwarzer Besetzung mehr als 100 Millionen Dollar eingespielt hat.

"Black Panther": Mehrere Rekorde zum Start

Superlative: Die unglaublichen Zahlen der ersten Tage sind Basis für gleich mehrere Rekorde: bester Februar-Kino-Start aller Zeiten, bester Start aller Zeiten für eine Nicht-Fortsetzung und bester Start aller Zeiten für einen Film eines schwarzen Regisseurs. "Black Panther" liegt zurzeit auf Platz 1 der erfolgreichsten Filme 2018 und noch in der ersten Woche nach dem Start bereits auf Platz 212 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten - Tendenz rasant steigend.

Zeitgeist: Im letzten Jahr spielte in "Wonder Woman" erstmals eine Frau die Superhelden-Hauptrolle. "Black Panther" bestätigt den Trend zum Action-Film, in dem die Hauptdarsteller nicht weiße Männer sind. "Wenn man den Zeitgeist erwischt und ein kultureller Moment entsteht, dann werden traditionelle Modelle auf den Kopf gestellt", sagt Disney-Vertriebschef Dave Hollis. Das Ergebnis habe alle Hoffnungen und Erwartungen weit übertroffen. Sogar die ehemalige First Lady Michelle Obama meldete sich auf Twitter zum Film zu Wort: "Glückwünsche an das gesamte Black-Panther-Team! Dank Euch werden junge Menschen endlich Superhelden auf der Leinwand sehen, die aussehen wie sie. Ich liebe den Film und ich weiß, dass er Menschen mit den verschiedensten Hintergründen inspirieren wird, tief in sich hineinzuhören und den Mut zu finden, Helden ihrer eigenen Geschichten zu sein."

Starpower: Chadwick Boseman. Michael B. Jordan. Lupita Nyong’o. Forest Whitaker. Angela Bassett. Die Besetzung von "Black Panther" gleicht einem All-Star-Team der renommiertesten schwarzen Schauspieler.

Rührung: Regisseur Ryan Coogler hat sich kurz nach dem Kinostart bei Fans, Kritikern und seinem Team bedankt. "Nicht in einer Million Jahren hätten wir damit gerechnet, dass ihr uns alle so sehr unterstützen würdet", schrieb der 31-Jährige in einem Brief, den die Produktionsfirma Marvel Studios bei Twitter veröffentlichte. Zu sehen, wie Menschen aller Hintergründe sich verkleiden, ihr kulturelles Erbe feiern und teilweise in den Lobbys der Kinos tanzen, habe ihn und seine Frau zu Tränen gerührt, so Coogler. Menschen aus aller Welt hätten an dem Film mitgearbeitet, weil sie an die Geschichte geglaubt hätten. "Tief in uns drin haben wir alle gehofft, dass die Leute einen Film über einen fiktiven Staat in Afrika anschauen würden, besetzt mit Schauspielern afrikanischer Herkunft."

Kendrick Lamar verantwortet den Soundtrack

Soundtrack: In der Popmusik haben schwarze Superstars wie Beyoncé und Rihanna, Kanye West und Kendrick Lamar längst den Mainstream erobert. Letzterer erscheint nicht nur in dieser Hinsicht als logische Wahl, um den Soundtrack zu "Black Panther" zusammenzustellen, wobei das untertrieben klingt: Lamar hat jeden Song auf dem Album mindestens mitgeschrieben und viele Rap-Parts selbst übernommen. Herausgekommen ist eine tiefe Platte, die den Spirit von "Black Live Matter" atmet. Neben Lamar sind unter anderem The Weeknd, SZA und Khalid zu hören.

Deutschland: Auf der ganzen Welt wird "Black Panther" wild gefeiert, nur Deutschland zeigt sich typisch deutsch, weil reserviert. Hier belegt der Film nur Platz 2 der Kino-Charts hinter dem dritten Teil von "Fifty Shades of Grey". Kein neues Phänomen, was den Erfolg von Superheldenfilmen hierzulande angeht: 2015 schaffte es "The Avengers 2" nur auf Platz 10, 2017 kletterte "Guardians of the Galaxy Vol. 2" mit Ach und Krach auf Rang 9 der Kino-Charts.