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Konzert in Moskau: Statement gegen Homophobie: Rammstein-Gitarristen knutschen auf der Bühne

Die Konzertreise von Rammstein entwickelt sich mehr und mehr zur Tour der großen Gesten. Beim Gig in der russischen Hauptstadt schickten die Gitarristen Richard Kruspe und Paul Landers jetzt eine Botschaft an die unterdrückte LGBT-Community des Landes.

Moskau: Rammstein-Gitarristen küssen sich auf Bühne – und setzen Zeichen gegen Homophobie

Rammstein waren nie dafür bekannt, mit dezidierten politischen Äußerungen auf sich aufmerksam zu machen. Sie ließen ihr Werk für sich sprechen, dieses dafür aber besonders laut und nachdrücklich. Nachdem ihre Musik aber schon immer den Hang der Band zur großen Geste verriet, senden die Berliner auf ihrer aktuellen Tour auch zwischen den Zeilen immer wieder Botschaften an ihre Fans.

Nachdem die Band bereits bei einem Konzert Mitte Juli in der Commerzbank-Arena in Frankfurt in Anspielung auf die Seenotrettung im Mittelmeer ein "Willkommen"-Schild hochhielt und in der vergangenen Woche im polnischen Chorzów eine riesige Regenbogenflagge schwenkte, setzten die Gitarristen Richard Kruspe und Paul Landers nun mit einem Kuss auf der Bühne des Luschniki-Stadions in Moskau ein weiteres klares Zeichen gegen Homophobie.

Rammstein: "Power Move" in Moskau

Der Instagram-Post mit dem entsprechenden Foto wurde bereits über 240.000 Mal geliked. Dies in Russland zu tun, sei ein "Power Move", lautet einer von vielen begeisterten Kommentaren. Denn: Lesben und Schwule werden in Russland immer noch gesellschaftlich kaum akzeptiert, sondern vielmehr häufig diskriminiert oder auch physisch angegriffen.

Umso stärker dürfte also die Message der Musiker nachwirken – nicht zuletzt, weil es sich bei Rammstein um eine Band handelt, die immer wieder satirisch mit der Wirkung der Härte und Männlichkeit in ihrer Kunst spielt. Der dicke Schmatzer von Moskau ist Kruspe und Landers deshalb gar nicht hoch genug anzurechnen.

tim