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Rock am Ring, Hurricane und Co.: "Na Praline, schon gefüllt?": So wird es wirklich was mit dem Festival-Flirt

Diese Woche eröffnet das "Rock am Ring" die Feier-Saison. Eileen Primus tingelt seit zehn Jahren von Festival zu Festival. Nun hat sie ein Buch geschrieben, in dem sie verrät, wie man sich charmant durch die feiernde Meute flirtet. NEON durfte schonmal reinluschern.

Von Eileen Primus

Eileen Primus

Eileen Primus ist Journalistin, Bloggerin und seit zehn Jahren jeden Sommer auf diversen Festivals unterwegs. Über ihre bizarren und schönen Erfahrungen hat sie jetzt ein Buch geschrieben.

Balzversuche gehören zu Festivals genauso dazu wie Bier, Bands und betrunkene Zeltnachbarn. Leider sind die Flirt-Attacken, die ich entweder mitbekommen oder selbst erlebt habe, selten kreativ gewesen. Liebe Tarzans: Ein plumpes "Na Praline, schon gefüllt?" oder "Hey Schnitte, Lust auf Milchfüllung?" werden wohl kaum dazu führen, dass sich eure Festival-Eva direkt willig in eure Arme schmeißt. Sie wird höchstens die Augen rollen und lachen.

Flirten soll BEIDEN Personen Spaß machen. Deswegen kommen hier fünf Tipps für beide Geschlechter, die funktionieren und mehr bieten als einfallslose Sprüche.

Den Dosenhund vorschicken

Kleine, niedliche Hunde sind nicht nur im Stadtpark ein Eisbrecher. Nö. Auch auf Festivals sorgen sie für Schmunzler und Glitzern in den Augen. Um sich einen Hund zu basteln, brauchst du nur Klebeband und leere Bierdosen (sollte machbar sein, oder?). Die Dosen zu einem Hund zusammenbauen, aus Klebeband eine kleine Zunge, Ohren und eine Leine basteln. Und ab geht's! Auf deiner Gassi-Zeltplatz-Runde wirst du schnell nicht mehr alleine unterwegs sein, denn du kannst deinen kleinen Kumpel vorschicken, um die Herzen zu erobern.

Zettelchen schreiben

Das, was wir in der Schule alle mit Herzklopfen getan haben, kommt auf Festivals wieder zum Einsatz. Ein Bekannter von mir hat sich so seinen Festival-Flirt erobert. Seine Masche? Per Zettel und Stift ist man viel mutiger, als mit Worten. Und weil bei den lauten Bands eh kaum jemand ein Wort versteht, sind die Zettel auch noch praktischer. Kleine Nachrichten, die hin und her geschickt werden, sorgen für Kribbeln – ob nun auf einem Stück Taschentuch, Toilettenpapier oder einer alten Tankquittung vom Anreisetag.

Liebevoll dreist sein

Dein Herzblatt beißt gerade so richtig hungrig in eine Pizza, schaufelt sich Pommes-Mayo in den Mund oder verschlingt Schoko-Waffeln? Hingehen und vom Essen abbeißen! Mit einem höflichen Lächeln, einem freundlichen Entschuldigungs-Blick und einem "Komm, ich geb' dir dafür was zu trinken aus". Dreistigkeit kommt hier tatsächlich weit. Und falls dein Gegenüber an dir interessiert ist, wird er oder sie die Einladung nicht ablehnen.

 

Heb' sie in die Lüfte

Flirt-Tipp fürs Bühnengelände: Du findest jemanden gut, der neben dir gerade zur gleichen Band abgeht und auf den ersten Blick ohne Partner am Start ist? Dann habt ihr schon mal einen ähnlichen Musikgeschmack. Prima! Also ergreif' die Initiative und frag (!), ob du sie Huckepack tragen darfst. Marteria zum Beispiel baut in seine Show immer diesen einen Moment ein, wo die Marteria-Girls von starken Jungs auf den Schultern getragen werden sollen. Und verdammt viele Mädels schauen sich dann suchend nach jemandem um, der mal mutig ist, sie anspricht und in die Luft hebt. Also: Einfach mal machen!

Auf die Nacht warten

Die letzte Band für heute hat gespielt, es ist stockdunkel und du willst noch nicht zurück in dein Zelt? Dann ab zur After-Party. Wenn es kein offizielles Partyzelt gibt, halte Ausschau nach grellen Lichtern und lauter Musik, denn auf dem Zeltplatz schmeißt immer jemand eine fette Party mit lauter Fremden. Gesell dich dazu, denn dieser "Jetzt oder nie"-Moment ist gerade für Schüchterne perfekt: Es ist dunkel, niemand sieht, dass dein aufwändiges Make-Up im Zweifel nur noch eine verschmierte, dreckige Masse ist und die Mehrheit ist angetrunken, voller Adrenalin und feierwütig.

Übrigens: Seinen Flirt sieht man in der Regel nach dem Festival nicht mehr wieder. Und mehrere Knutsch-Partner pro Tag sind für viele Menschen voll normal. Wenn du dein Herzblatt aber unbedingt in freier Wildbahn – dem Alltag – wiedersehen willst: Handynummern austauschen. Oder Facebook-Freunde werden. Falls du selbst kein Handy dabeihast oder der Akku leer ist, mal die Freunde mit Telefon fragen, ansonsten hat immer jemand Zettel und Stift dabei. Ich habe aufgehört zu zählen, wie viele Leute ich auf dem Campingplatz gesehen habe, die auf dem Arm in schönster Edding-Schrift eine Telefonnummer stehen hatten. P.S.: Am besten den Namen dazuschreiben (lassen), sonst wird’s peinlich.

Noch mehr Tipps, Tricks, Festival-Kniffe, eine Pack-Liste und ein Bullshit-Bingo gibt es in Eileen Primus' "Festival Survival Guide" (12,99 Euro, Heel Verlag)