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"Voldemort: Origins of the Heir": Neuer Film zu "Harry Potter": Er hat was von "Star Wars"

Es gibt einen neuen Film zu "Harry Potter". Allerdings keinen offiziellen. Nur einen Fanfilm – und zwar über Voldemort. Der ist auf jeden Fall sehenswert. Allerdings hat er irgendwie was von "Star Wars".

Das Foto des neuen "Harry Potter"-Film "Voldemort: Origins of the Heir".

15.000 Euro hat der Harry-Potter-Fanfilm gerade einmal gekostet. Dafür ist er absolut sehenswert. 

Sieben Bücher, acht Filme, naja eigentlich sind es neun, wenn man "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" dazuzählt, und ein Theaterstück gibt es rund um die Abenteuer von . Man könnte meinen, so langsam reicht es den Leuten – anscheinend nicht. Denn Fans aus Italien haben nun einen neuen Film zu "Harry Potter" veröffentlicht: "Voldemort: Origins of the Heir" heißt er und erzählt, wie aus Tom Riddle Lord Voldemort wurde.

Nach zwei Jahren ist das Werk der Produzenten Gianmaria Pezzato und Stefano Prestia fertig. Dabei mussten die Filmemacher einige Hürden überwinden, um ihr Projekt zu realisieren. Denn die Filmrechte an Harry Potter liegen bei Warner Brothers, und die haben natürlich wenig Interesse daran, dass andere mit den Figuren von J.K. Rowling Geld machen. Als sie also im Jahr 2016 von der Crowdfunding-Kampagne Wind bekommen, kommt es zum Rechtsstreit. Die Finanzierung auf der Onlineplattform "Kickstarter" wird sogar eingestellt.

Worum geht es in "Voldemort: Origins of the Heir"?

Nach eingehenden Gesprächen können sie sich aber doch mit der US-amerikanische Film- und Fernsehgesellschaft einigen: "Das Wichtigste ist: Wir können weitermachen", verrät Gianmaria Pezzato dem Magazin "Wired" kurz nach der Einigung. "Wir dürfen aber kein Geld mit dem fertigen Film verdienen – natürlich." Seit Samstag ist der 52-minütige Kurzfilm nun auf Youtube zu sehen. Fast acht Millionen Mal wurde er bereits aufgerufen. Auch die Reaktionen sind größtenteils positiv. Aber worum geht es in "Voldemort: Origins of the Heir" überhaupt?

Wie anfangs schon erwähnt, geht es um die Frage, wie aus Tom Riddle, einem begabten Hogwarts-Schüler, der dunkelste Zauberer aller Zeiten werden konnte. Die Hauptrolle spielt dabei die Aurorin Grisha McLaggen, eine Nachfahrin von Godric Gryffindor. Sie ist auf der Suche nach Tom Vorlost Riddles Tagebuch, weil es Antworten über ihn enthält, die möglicherweise helfen könnten, ihn zu stoppen. Bei dem Versuch, es zu klauen, wird sie von militärisch uniformierten Sowjet-Zauberern aufspürt, gefangen genommen und befragt. In dem Verhör erzählt sie, wieso sie auf der Suche nach dem Tagebuch ist und was es damit auf sich hat.

Harry Potter hat auf einmal was von "Star Wars"

Die Idee dafür sei den Machern laut "Wired" nach dem Lesen des sechsten Romanbandes, "Harry Potter und der Halbblutprinz", gekommen. Der habe einfach noch zu viele Fragen über die Jugend von Voldemort offen gelassen. Die wollten sie mithilfe des Filmes und ihrer eigenen Interpretation klären – und in gewisser Weise ist das den Italienern auch gelungen. Denn für 15.000 Euro kann sich der Spin-Off schon sehen lassen.

Die Effekte sind völlig okay. Die Musik ist gut ausgewählt. Sogar Hogwarts ist fast detailgetreu computeranimiert nachgebaut. Auch die Schauspieler überzeugen.

Allerdings hat "Origins of the Heir" etwas "Star Wars"-artiges. In der Prequel-Trilogie, also Episode eins bis drei, geht es eben auch um die Frage, wie aus dem kleinen Anakin Skywalker der meistgehasste Mann des Universums werden konnte: Darth Vader. Diese Grundidee schwingt auch bei "Origins of the Heir" mit. Dementsprechend fühlt es sich irgendwie an, wie schon mal gesehen. Vielleicht ist das der Grund, warum es nur einen von Fans produzierten Film zu Voldemort geben wird und nicht etwa eine offizielle Filmreihe.