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Star Wars: "Star Wars"-YouTuber macht einen Fanfilm für 150.000 Dollar - Disney sackt den Gewinn ein

Liebevoll und aufwändig hat ein YouTuber einen "Star Wars"-Fanfilm gedreht, bezahlt aus eigener Tasche. Jetzt sackt Disney das Geld aus den Werbeeinnahmen auf YouTube ein - die Netzgemeinde ist sauer.

Toos bekommt Mitteilung von YouTube

Diese Mitteilung erhielt YouTuber Toos von der Videoplattform

Darth Vader ist für viele der beste Filmbösewicht EVER. Mächtig und doch schwach. Grausam und doch voller Liebe. Das findet auch YouTuber "Star Wars Theory" und liefert seinen Followern täglich Content über die weit, weit entfernte Galaxis. Im Februar 2017 startete er sein bislang größtes Projekt: "Vader Episode 1: Shards of the Past"– einen Fanfilm über Darth Vader. Laut eigenen Angaben kontaktierte er vor Drehbeginn auch die Produktionsfirma Lucasfilm und holte sich deren Erlaubnis dafür ein. Deren Bedingungen: Er durfte das Projekt nicht crowdfunden und das YouTube-Video nicht monetarisieren. Nach langem Überlegen, willigte er zu den Konditionen ein. Mit großem Erfolg. Die "Star Wars"-Community war von dem Ergebnis begeistert!

Der 16-minütige Kurzfilm erzählt die Geschichte von Darth Vader nach Episode 3 und wurde ganze 6,7 Millionen Mal angeschaut. Das erregt Aufmerksamkeit – auch bei Disney, die 2012 Lucasfilm aufkauften. Der Franchise-Riese witterte die Gelegenheit, Geld zu scheffeln und reichte am 14. Januar diesen Jahres einen Urheberrechtsanspruch für die Musik des Fanfilms ein. Die Grundlage: Darin sei eine Interpretation des Imperial March zu hören.

 Das ganze ging durch und sie Einnahmen aus der ab diesem Zeitpunkt geschalteten Werbung gehen dank der YouTube-Regelungen nun an Disney. 

Am selben Tag veröffentlichte der YouTuber ein Video, in dem er die ganze Geschichte erzählt und seiner Enttäuschung Raum gibt. Er findet es nicht gerecht, dass Disney jetzt Geld mit seinem selbst produzierten und vor allem selbst finanzierten Fanfilm macht. Immerhin habe er für das Projekt um die 150.000 Dollar ausgegeben. 

Laut "Star Wars Theory" hätte er in den letzten zwei Wochen beachtliche 80.000 Dollar verdienen können. Wie viel Disney aber tatsächlich durch die Werbung eingespielt hat, ist nicht nachvollziehbar. Für "Star Wars Theory" ist es jedenfalls Geld, das er nach seinen Ausgaben gut gebrauchen könnte. Würde er allerdings Berufung einlegen, könnte er seinen kompletten Kanal verlieren und das Video würde zunächst gelöscht werden. Für ihn keine Option. Ob auf Twitter, YouTube oder Reddit: Die Empörung der "Star Wars"-Fans ist groß.

"Zeit für einen f*** Kreuzzug" schreibt ein User. Andere machen YouTube verantwortlich, da die Plattform es dem Konzern, beziehungsweise Nutzern generell, zu leicht mache, solcherlei Ansprüche zu erheben.

"Ernsthaft, wir müssen schnell eine Alternative für YouTube finden. Das ist nicht lächerlich, es ist eine gottverdammte Schande." Wieder andere sind der Meinung, der YouTuber sei selbst Schuld, wenn er ein so großes Franchise nutze. In einem zweiten Video berichtet dieser, dass sich Disney nach seinem ersten Statement an seine Agentur gewendet habe. Einerseits beschwichtigt er die Fangemeinde und erklärt, dass es rechtens von Disney ist. Andererseits stellt er direkt an Disney die Frage, warum sie nur sein Video gemeldet haben und nicht auch die vielen "Reaction-Videos" die nach der Veröffentlichung seines Fanfilms aufploppten. So ganz im Reinen mit der Sache scheint er dennoch nicht zu sein.

"Sie haben Werbung geschaltet und es für sich beansprucht. Ok. So sei es. Ich wollte einen coolen Film für die Fans machen, umsonst und ohne Werbung und ich glaube, das habe ich erreicht. Danke für eure Unterstützung bei dieser Sache, die "Star Wars"-Community ist wirklich das mächtigste und emotionalste Fandom der Welt“, schreibt er unter das Video.
"Vader Episode 1: Shards of the Past" endet mit einem Cliffhanger. Von Anfang an hatte er auch einen zweiten Film geplant, er will jedoch in Episode II auf die Ikonische "Star Wars"-Musik verzichten. Wie das dann am Ende aussieht und ob Teil zwei dann auch so gut bei der Fancommunity ankommt, werden wir sehen.

"Herr der Ringe", "Star Wars" und Co.: Diese hanebüchenen Fehler schafften es auf die Leinwand
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?