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Abtreibungsdebatte Gucci setzt Pro-Choice-Statement mit neuer Kollektion


Ein Uterus auf einem Gucci-Kleid: Ein Luxus-Designer setzt ein Zeichen für die Selbstbestimmung der Frau. Und sorgt auch mit der Location für Aufsehen.

"My Body My Choice", der ikonische Slogan aus den 70ern, steht in goldenen, großen Lettern auf einem schicken lila Blazer. Aber das ist kein selbstgebasteltes Outfit einer Anti-Abtreibungs-Aktivistin, nein, was wir hier sehen ist die Cruise Collection von Gucci. 

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‘My Body My Choice’ is a feminist slogan from the 70s which appears on the reverse of this jacket seen before the #GucciCruise20 fashion show by @alessandro_michele. This piece echoes the Creative Director’s continuing vision of freedom, equality and self-expression. Since founding @chimeforchange in 2013—the global campaign that represents and advocates for gender equality—@gucci has a longstanding commitment to women and girls by funding projects around the world to support sexual and reproductive rights, maternal health, and the freedom of individual choice. Learn more about the global partners for sexual and family health rights the campaign is donating to in 2019, which can be found in @chimeforchange’s link in bio. @museiincomuneroma #AlessandroMichele #MuseiCapitolini

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"Dieses Stück spiegelt die andauernde Vision des Creative Directors von Freiheit, Gleichheit und Selbstdarstellung wider. Seit der Gründung von 'Chime For Change' im Jahr 2013 - der globalen Kampagne, die sich für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzt - engagiert sich Gucci seit langem für Frauen und Mädchen, indem Projekte auf der ganzen Welt finanziert werden, die sexuelle und reproduktive Rechte, die Gesundheit von Müttern und Wahlfreiheit fördern", steht unter dem Post geschrieben.

Viva la Vulva

Tatsächlich setzt sich Designer Alessandro Michele schon lange für Gleichberechtigung ein und prägte den Begriff "unisex" auf Designerebene neu. Männer in Hotpants und femininen Blusen – darin sieht der Luxusmodemacher kein Problem. Doch so politisch hat sich Gucci noch nie geäußert.

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Moments before the #GucciCruise20 fashion show unfolding at Rome’s Capitoline Museums @museiincomuneroma, a look with ‘22.5.78’ refers to the date established of the Italian statute for the social protection of motherhood and the voluntary interruption of pregnancy, better known as statute 194. This jacket is created from @alessandro_michele’s continuing vision of freedom, equality and self-expression. Since founding @chimeforchange in 2013—the global campaign that represents and advocates for gender equality—@gucci has a longstanding commitment to women and girls by funding projects around the world to support sexual and reproductive rights, maternal health, and the freedom of individual choice. Because none of us can move forward if half of us are held back. Learn more about the global partners for sexual and family health rights the campaign is donating to in 2019, which can be found in @chimeforchange’s link in bio. #AlessandroMichele #MuseiCapitolini

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Auf einem anderen Teil steht, etwas subtiler, nur ein Datum: 22.05.1978, der Tag, an dem Abtreibung in Italien legalisiert wurde. Einer der Höhepunkte war aber ein goldenes Abendkleid, bestickt mit glitzernden Pailletten in Form eines Uterus samt Eierstöcken – wunderschön. Angeblich sei dieses Stück erst kurz vor der Show entstanden, "in Anbetracht kürzlich geschehener Ereignisse", sagte Designer Alessandro Michele in der Pressekonferenz nach der Show. Damit meint er wohl das kürzlich beschlossene Abtreibungsverbot in Alabama.  

Das vielleicht Aufsehenerregendste der Show war jedoch die Location: Der Vatikan – und das, obwohl der Papst erst letzte Woche sagte: "Abtreibung ist nie die Antwort". Da hat jemand ganz schön Eier(stöcke) in der Hose.

Stand in Deutschland

Ob Paragraph 219a oder die neusten Entwicklungen zu Abtreibungsgesetzen in den USA: Immer wieder kocht das Thema rund um Schwangerschaftsabbrüche hoch. Wir sind noch weit entfernt von der sexuellen Selbstbestimmung der Frau. Auch in Deutschland ist eine Abtreibung generell verboten, es sei denn diese drei Voraussetzungen sind erfüllt:

  • Drei Tage vor dem Schwangerschaftsabbruch war die Schwangere bei einer staatlich anerkannten Beratungsstelle
  • Die Abtreibung wird von einem Arzt durchgeführt, dieser darf die vorherige Beratung nicht durchgeführt haben
  • Die 12. Schwangerschaftswoche ist noch nicht beendet

Wenn sogar große Luxusmodelabels sich dem Thema widmen, ist wohl die Zeit vorbei, in der Marken sich nicht politisch positionieren.

ivy

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