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Kolumne "Alle irre": Warum wir uns nicht schämen sollten, andere um Gefallen zu bitten

Beim Umzug helfen, das Auto leihen, die Wohnung aufschließen, wenn der Heizungsableser kommt: Andere trotz Scham und Sharing-Möglichkeit um einen Gefallen bitten? Muss man können.

Hat man kein professionelles Umzugsunternehmen, müssen meist die Freunde ran (Symbolfoto)

Hat man kein professionelles Umzugsunternehmen, müssen meist die Freunde ran (Symbolfoto)

Es ist jedes Mal ein Riesentheater, das ich veranstalte, bevor ich für zwei Tage nach Berlin fahre oder in die Heimat. Zuletzt stand ich in einer Fressnapf-Industriegebiet-Filiale, um mich in einem halbstündigen, in seiner Ernsthaftigkeit den Kaufverhandlungen von Luxuslimousinen in nichts nachstehendem Fachgespräch über die Vor- und Nachteile von Futterspendeautomaten zu erkundigen. Futterspendeautomaten, lernte ich, unterscheiden sich in ihrer Mechanik nicht großartig voneinander. Allerdings gibt es verschiedene Exklusivitäts-, eigentlich Eskalationsstufen. Am Ende der Beratung war ich sicher, mich für die Premiumausstattung entscheiden zu müssen: einen Futterautomaten mit eingebautem Stimmrekorder, der es mir ermöglichen würde, meinen Katzen trotz physischer Abwesenheit aufmunternd ins Essen zu quatschen. "Toll macht ihr das, ganz brav!", "Nicht so hastig, Nala!", "Ruhig ein bisschen was von den Rindfleischbrocken, Noah!" Das Ganze lässt sich sogar über eine App auf dem Handy steuern. Genial.

Die andere Möglichkeit wäre, meine Nachbarn zu fragen. Einfach Tür aufmachen, einen Halbschritt nach rechts, klingeln. "Hey, ich bin am Wochenende nicht da. Könntet ihr vielleicht zweimal rüber und eine Tüte Nassfutter in die Näpfe gießen?" Das aber ist mir leider unmöglich. Weil ich mich schäme. Weil ich nicht weiß, wie man diese Frage stellt, ohne dass es eine Übergriffigkeit ist, weil die Nachbarn ja kaum etwas anderes antworten können als "Ja klar". Oder lügen, dass sie selbst am Wochenende außer Haus seien. Und dann hat man sie aber in eine unangenehme Lage gebracht; bei den kommenden Treppenhausbegegnungen müsste man immer peinlichverklemmten Small Talk miteinander machen. "Du, sorry noch mal wegen neulich." "Nee, Quatsch, war ja auch nur ’ne Frage."

Hilfe muss man annehmen lernen

Ich weiß, dass ich in dieser Hinsicht übertreibe, mir ist bewusst, dass es nicht normal ist, ein Umzugsunternehmen zu beauftragen und in der Nacht vor dem Umzug selbst schon 15-mal zwischen alter und neuer Wohnung hin- und herzufahren und Kisten zu schleppen, weil man sich für die Fülle an Hab und Gut schämt und für all die Umstände, die man den Arbeitern macht. Und dann während des Umzugs irgendwann vor der Laderampe des Lkws zu stehen und sich rufen zu hören: "Gebt mir ruhig noch mehr!"

Umso schwieriger, Hilfe anzunehmen, die nicht mal bezahlt werden kann, weil es NOCH seltsamer wäre, einer Freundin, die zum Blumengießen vorbeigekommen war, zum Dank 20 Euro zuzustecken.

Manchmal glaube ich, meine Unfähigkeit, andere um einen Gefallen zu bitten, hat sich durch die Sharing- und Ebay-Kleinanzeigen-Nebenjob-Kultur noch weiter zugespitzt. Für alles gibt es mittlerweile ja einen Markt und dadurch eigentlich keinen Grund mehr, private Kontakte zu bemühen. Trotzdem ist das natürlich bescheuert. Weil ich meinen Freunden und Nachbarn ihre Mündigkeit abspreche. Sie vielleicht sogar der Möglichkeit beraube, sich gut zu fühlen, weil sie mir ausgeholfen haben, eine Stütze waren. Vielleicht, dachte ich auf dem Heimweg, ist so ein Futterspendeautomat also wirklich eine asoziale Anschaffung. Ich werde ihn zurückbringen. Ich werde ab jetzt aufhören, meine Freundschaften zu sterilisieren. Ich werde um Hilfe bitten, und ich werde es aushalten, sie anzunehmen. (Ein bisschen allerdings auch, weil ich meine Stimme auf Band ganz schrecklich finde.)

Man darf sich nicht in das Leben anderer einmischen, findet NEON-Redakteurin Lena Steeg, 32, macht es aber trotzdem. Willst du auch, dass Lena sich in dein Leben einmischt? Schreib ihr deine Frage an: alleirre@neon.de 


Dieser Text ist in der Ausgabe 8/17 von NEON und auch digital für das Tablet auf iOS und Android erschienen. Hier können Einzelhefte des Magazins nachbestellt werden.

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Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
Guten Tag mein Name ist Carsten Langer ich bin 46 Jahre alt und Versuche seit März 2015 die EM Rente zu beckommen meine Ärzte sagen ich kann nicht mehr Gutachten der Kranken Kasse sieht das auch so nur die Gutachter der Rentenkasse Sehens anders war schon vor sozial Gericht 1 Instanz Richterin sagt ich kann nicht am Gutachten vorbei entscheiden ihre Empfehlung ich sollte in die 2 Instanz weil sie meint das ich auch nicht mehr Arbeits fähig bin die 2 Instanz sagt laut Gutachten könnte ich noch arbeiten aber ihre Meinung nach könnte ich auch nicht mehr arbeiten ich sollte doch auf ein Urteil verzichten und ich sollte neu Rente beantragen und der zwischen Zeit wurde ich zur Berufs Findung geschickt die nach sechs Wochen von der Rentenkasse abgebrochen wurde habe auch erfahren das die Rentenkasse mir keine Umschulung mehr zutraut auf den Rat ich sollte noch Mal EM Rente beantragen bin ich in Reha gegangen damit ich auch neue Arzt berichte habe die Reha hat den Aufenthalt von 4 auf drei Wochen verkürzt und mich entlassen als nicht arbeitsfähig für den allgemeinen Arbeits Markt und ich kann keine 3 Stunden arbeiten das hat der Rentenkasse wieder nicht gereicht hatich wieder zum gutachter geschickt der mir 45 Minuten fragen gestellt hat und jetzt heißt es ich kann wieder voll arbeiten auf den allgemeinen Arbeits Markt Meine Erkrankungen sind Ateose in beiden knieen und mehreren Finger Gelenken Verschleiß in beiden Fuß, Hüft, Schulter und elebogen Gelenken dazu Gicht im linken Daumen satel Anhaltende Schmerzstörungen Wiederkehrende Depressionen Übergewicht Hormonstörungen Wirbelsäulenleiden Bandscheibenschädigung Schlaf Atem Störung Schlafstörungen eine ausgeprägte lese und rechtschreib Schwäche Panick Attacken ( Zukunftsangst) Suizidale Gedanken 1 Suite Versuch Laut aus Zügen einiger Befunde Bin ich nicht mehr Stress resistent Darf keinen akort machen keine Schicht Arbeit keine gehobene Verantwortung überaschinem oder Personen tragen usw Aber al das reicht nicht für die EM Rente Mittlerweile bin ich von der Kranken Kasse ausgesteuert das Arbeitsamt hat mich nach 9 Monaten abgemeldet und seit April wäre die Renten Kasse nicht mehr für mich zuständig aber da ein laufendes verfahren ist hmm keine Ahnung Da ich Mal gut verdient habe habe ich eine bu abgeschlossen aber da die über 900 euro mir zählt und das schon fast 3 Jahre habe ich kein Anspruch auf Harz 4 Grundsicherung Wohngeld oder sie Tafel für essen nein ich darf dafon mich noch mit 260€ freiwillig Kranken versichern Deswegen konnte ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten und bin auf einen Campingplatz gezogenitlerweil habe ich eine Freundin und wir teilen uns die Wohnung Bitte ich brauche dringend Hilfe mir wird das alles zuviel werde mich parallel zu ihnen auch an den svdk wenden aber vielleicht können sie unterstützend helfen ich weiß echt nicht weiter und meine schlechten Gedanken werden wider sehr stark Mfg