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Freizeit Hallo Internet! #2

Das Internet verwirrt viele
Im Internet hat sich im Laufe der Jahre ein eigener Sprachstil entwickelt, der viele internationale Anleihen aufweist.
Ihr versteht die Menschen in diesem Internet nicht mehr? Wir helfen.

Das Internet kann 1 verwirrender Ort sein. So vong Sprachgebrauch her. Und weil den "Nachdenkliche Sprüche mit Bilder"-Slang mittlerweile sogar die Sparkasse für sich entdeckt hat, müssen sowieso neue Wörter her, um die gute alte deutsche Sprache noch weiter den Bach runter zu treiben. Als Germanistik-Studentin und Internet-Kind habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, die wunderschönen Ausdrücke, die mir das World Wide Web geschenkt hat, einer breiteren Masse zugänglich zu machen. Diese Woche mit den folgenden Worten:

savage: Bedeutet auf Deutsch so viel wie "Wilder" oder "unzivilisierter Mensch". Bedeutet im Internet so viel wie "Oh mein Gott diese Person gibt keine Ficks, schert sich nicht um Konventionen und hat es einer anderen Person gerade so richtig gegeben!" Wer nicht davor zurückschreckt, besonders unanständige und meist überhaupt nicht politisch korrekte Memes, Comebacks oder Kommentare zu bringen, verdient sich online damit dann schonmal das "savage"-Abzeichen. Und das ist, wenn man bedenkt, das sogar Rihanna sich selbst gern so bezeichnet, dann doch irgendwie eine Ehre!

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tbh: Abkürzung von "to be honest", was sich mit mit "um ehrlich zu sein" übersetzen lässt. Der Vorteil der englischen Kurzversion gegenüber der deutschen Wendung ist offensichtlich: Sie ist kürzer. Sowohl im schriftlichen als auch im mündlichen Gebrauch spart sie ein paar Millisekunden und ist dafür ein ganz enormer Gewinn für die Nonchalance der eigenen Äußerungen. Drei Buchstaben lassen sich so schön ans Ende jedes Satzes hängen - und wenn sie dann noch Ehrlichkeit ausdrücken - umso besser. Außerdem kann man dieses schöne Wortspiel mit "um ehrlich zu sein" nicht machen:

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daddy: Jaja, die Übersetzung von "daddy" kennt nun wirklich jeder, der es über den ersten Monat Englischunterricht hinaus geschafft hat. Weil das Internet aber die Angewohnheit hat, unschuldige Dinge urplötzlich immens zu verderben, macht es natürlich auch vor Kosenamen für Väter nicht halt. Wenn man es richtig ausspricht und das auch noch im richtigen Kontext (oder im falschen, das kommt auf die Sichtweise an) verwendet, wird daraus plötzlich ein Ausdruck, der so sexuell ist, dass man ihn vom eigenen Vater ganz weit weg verstanden wissen möchte. Aber: Ironisch verwendet macht "daddy" großen Spaß. Zum Beispiel, um den Freund zu ärgern. Oder um ungewollte Avancen von Männern abzuwehren, die wirklich der eigene Vater sein könnten.

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Warum ich das alles weiß? Hmmm...


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