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Digitaler Klingelbeutel: "Mit Karte, bitte": Warum die Kirche bald fortschrittlicher wird als der Rest Deutschlands

Die evangelische Kirche hat einen digitalen Klingelbeutel beim Patentamt angemeldet. Bald könnte es dann bei der Kollekte heißen "Einmal mit Karte, bitte!". Das wäre eine kleine Revolution in der Digitalisierungswüste Deutschland.

Eine Hand hält während einer Pressekonferenz einen Digitalen Klingelbeutel

Die Evangelische Kirche in Berlin hat einen digitalen Klingelbeutel beim Patentamt angemeldet

DPA

"Einmal mit Karte bitte." - "Geht nicht. Erst ab 10 Euro." Ich stehe in einer Filiale einer großen Supermarktkette in einer relativ fortschrittlichen Stadt mitten in und kann allen Ernstes meine dringend benötigte Cola nicht ohne Bargeld bezahlen. Hektisch krame ich in meinem Portemonnaie - aber außer ein paar Kupfermünzen ist da nichts. Na toll. Ich gebe meine Einkäufe der Kassiererin und verlasse beschämt den Laden. Danke für nichts. 

Wer schon mal im Ausland gelebt hat, kennt den Schmerz zurück in der Heimat, wo das bargeldlose Bezahlen in vielen Situationen ein Ding der Unmöglichkeit zu sein scheint. Doch jetzt kommt der digitale Euro endlich ins Rollen: Die evangelische Kirche in Berlin hat jetzt einen digitalen Klingelbeutel beim Deutschen Patentamt angemeldet. Kirchenbesucher sollen damit in Zukunft per Giro- oder Kreditkarte in die Kollekte einzahlen können.

Wird die evangelische Kirche ein Vorreiter mit dem digitalen Klingelbeutel?

Okay, auch wir haben uns diesen Fortschritt lieber in anderen Branchen gewünscht - aber man soll ja auch mit kleinen Dingen zufrieden sein. Wie die Kirche (im Gegensatz zu manchen Supermärkten) auf die glorreiche Idee kommt? Vor allem in ländlichen Regionen sei es immer schwerer und teurer, Bargeld zur Bank zu bringen, begründete die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Im Griff des neuen Klingelbeutels wurde zusätzlich zum traditionellen Stoffsack ein Display eingebaut, über das Kirchenbesucher kontaktlos und ohne Pin mit ihrer Karte einzahlen könnten. Ziel sei die Einführung des bargeldlosen Bezahlens bis Ende des Jahres.

Nun überlegt die Kirche nach eigenen Angaben, die digitale Kollekte auf ganz Deutschland auszuweiten. Angedacht seien eine bundesweite Kollekten-App sowie Stationen für bargeldlose Spenden an den Kirchenausgängen. Die Kirche als Vorreiter in Sachen Digitalisierung? Das klingt wirklich traurig. Wir können nur hoffen, dass sich Politik und Wirtschaft ein Beispiel nehmen und Deutschland endlich ins digitale Zeitalter holen. Damit nie wieder jemand auf seine Cola verzichten muss, nur weil er zu wenig Kleingeld dabei hat!

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def mit DPA