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Hauptsache zusammen: Es ist an der Zeit! Packt eure Freunde ein und zieht mit ihnen von der Stadt aufs Land!

Warum wollen eigentlich alle so dringend in den Großstädten wohnen, wo es hip, teuer, überfüllt ist? Wieso eigentlich nicht dort leben, wo es scheinbar weniger sexy ist, aber man dort ein besseres Leben hat? Zeit für eine Stadt-Land-Flucht, findet unser Autor. 

Von Nils Ketterer

Wer will schon in der Stadt leben, wenn es im Vorort doch viel schöner ist?

Wer will schon in der Stadt leben, wenn es im Vorort doch viel schöner ist?

Seit Jahren wohnt eine Idee in mir und zahlt keine Miete. Die Idee, dass ich immer mitten im Paradies wohnen muss. Wo ich nur die Treppe runter laufe und dann in meiner Lieblingsbar sitze, zwischen Lieblingscafé und Lieblingspark. Überall bunte Balkonpflanzen und Springbrunnen mit Butterbier, niemand hat Verstopfung und so was wie Trump gibt es dort nicht.

Zehn Jahre habe ich das gedacht und die Hälfte dieser zehn Jahre damit verbracht, das Geld dafür aufzutreiben. Ich weiß, das klingt wahnsinnig 2018 und First World Problem und postmodern. Aber so viel zu arbeiten, nur um dort zu wohnen, wo es schön ist – dafür fliegen wir doch wirklich nicht im Universum herum. Dann kam dieses Video:

Ganz banal eigentlich, aber mich hat es tief getroffen. Also, ja, warum nicht? Warum eigentlich nicht dort leben, wo es scheinbar weniger sexy ist, aber man dort ein besseres Leben hat. Wenn man es genau nimmt, brauche ich keine vier Eisdielen um die Ecke. Ich brauche keine schönen Altbauwände und zugige Fenster. Ich brauche keine Parkplatzsuche und keine Miniwohnung für 600 Flocken. Ich brauche nicht alle Restaurants der Welt in meiner Straße und auch keine drölfzehn Dönerstände. 

Was ich brauche, ist nicht viel

Ich brauche keine Kreissägen und keine Baustellen, die mir ins Gesicht schreien ES GAB MAL EINE ZEIT OHNE DASSSS HIER STELL DIR VOR WIE GEIL DAS WAAAAAR. Ich brauche keine Post vom Bürgeramt, die mir mitteilt, dass jetzt in meinem Haus acht Wohnungen grundsaniert werden. Ich brauche keine Airbnb-Rollkoffer auf der Straße. Keine letzte S-Bahn, vor allem nicht in Berlin. Ich brauche keinen Kiez, in dem sogar die Vögel denken, 3 Uhr früh sei Balzzeit. Wirklich nicht. Warum machen wir das? Ich glaube, es ist ein bisschen wie mit dem Kaugummikauen. Da weiß auch niemand, warum wir das machen – und irgendwie denken alle, es wäre cool.

Ist der Stadtrand nicht die bessere Kombination aus Natur, Stadt und gutem Leben? Was ich brauche, ist nicht viel. Ich brauche eine bezahlbare Wohnung mit genug Platz zum Denken und ohne WG-Putzplan. Ich brauche eine Bar, die "Endstation" oder so heißt und noch eine Dartscheibe hat und eine Jukebox – eine Bar, in der niemand Pale Ale kennt. Wenn doch mal einer fragt, zeigen alle auf den Typ am Tresen, der seit drei Tagen seinen Hocker nicht verlassen hat. 

Ich brauche ein Maisfeld, in das ich im Sommer mit meinem Rad fahren kann, um dort Indie-Gitarrenvideos aufzunehmen. Oder ein ruhiges Flussufer mit einer Weide. Und ich brauche meine Freunde. Stellt euch vor, wie schön und einfach alles wäre, zusammen dort draußen am Stadtrand. Alle in der gleichen Straße! Es gibt kein "das ist mir zu weit, lass uns in zwei Wochen nochmal auf nen Kaffee verabreden". Nein, einer kommt immer vorbei. Einer hat immer einen Garten, wo wir in der Sonne sitzen. Einer hat immer ein Loft für große Dinner. Einer hat immer ein Cabrio, in dem wir an den See fahren und einer ein Dach, auf dem man Pizza essen kann. Mehr brauchen wir doch nicht.

Es ist hier doch nur so cool, weil weil wir hier leben

Gute Leute machen doch gute Orte, nicht andersrum. Es ist hier doch nur so cool, weil weil wir hier leben, oder? Kommt, wir überlassen den Kleinen die Innenstadt mit den hotten Brillengeschäften und den mediterranen Feinkostläden. Die wollen noch was erleben. Ich will nichts erleben. Ich will Maisfeld. Und ein pinkes Babybecken auf dem Dach mit Palme und einer gelben Gummibanane. Am Ende ist es doch wirklich scheißegal, wo wir sind. Berlin, Kopenhagen, Ouagadougou. Neukölln, St.Pauli oder Giesing. Hauptsache, wir sind dort zusammen. Eine Bar findet sich schon, auch in der schlimmsten Hölle, und wenn nicht, machen wir einfach eine auf.  

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.