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Was kann er am Laken?: Von Converse bis Konversation: Daran erkennst du, ob ein Mann gut im Bett ist

Unsere Autorin hatte schlechten Sex – dabei wirkte der Typ fast perfekt. Aber woran erkenne ich, was ein Typ in den Laken kann? Wir haben mal versucht, die besten Wegweiser zusammenzufassen. 

Von Kristiane N. Harten

Aubergine in Hand

Wir haben alles optimiert – wieso haben wir manchmal immer noch schlechten Sex?

Getty Images

Es gibt viele Dinge, von denen Frauen in der modernen westlichen Welt mehr haben, als vielleicht noch vor 100 Jahren. Unabhängigkeit, Geld, Karrieremöglichkeiten, sexuelle Freiheit. Gleichzeitig haben wir immer weniger Zeit. Jede Tagesaktivität wird optimiert, um in die engen Zeitpläne unserer sehr schnelllebigen Tage zu passen. 

Ich bin da nicht anders. Mein Tag findet in 30-Minuten-Abschnitten statt. 30 Minuten, um mich morgens fertig zu machen, 30 Minuten, um zur Arbeit zu kommen, 30 Minuten, um eine neue Jeans zu kaufen, zwei 30-Minuten-Abschnitte, um mir die Haare schneiden zu lassen, etc..

Wie kann es sein, dass wir immer noch Zeit mit schlechtem Sex vergeuden?

Wir haben Apps auf unseren Handys, die uns auf die Minute genau verraten, wie lange wir nach Hause brauchen werden, welche die effizienteste Route ist, bei der wir am seltensten umsteigen müssen, wie viele Kalorien wir verbrennen würden, sollten wir stattdessen laufen, womit wir uns wiederum ein bisschen Zeit im Fitnessstudio sparen würden (Zugegeben, das ist geraten. Ich renne noch nicht mal dem Bus hinterher und schon gar nicht auf einem Laufband.)

Kurzum, wir haben alle Aspekte unseres Lebens zeitlich optimiert. Wie kommt es also, dass ich immer noch Zeit mit schlechtem Sex vergeude? Ich weiß, dass es Apps wie Tinder gibt, die den potenziell zeitraubenden Suche-Prozess des Datings ersetzen und einem mit wenigen Klicks eine ganze Armee von willentlichen Sexualpartnern zu Füßen legt. Aber darum geht es mir nicht. Im Gegenteil, ich mag das kribbelige Gefühl, das einem nur ein guter (nicht virtueller) Flirt geben kann. Was ich brauche, ist eine Methode, um diese Frage zu beantworten: Woher weiß ich, dass es die Zeit wert sein wird? Anders formuliert: Wie vermeide ich schlechten Sex?

Nach rund sechzehn 30-Minuten-Abschnitten fand ich mich in seinem Hotelzimmer wieder

Vor Kurzem lernte ich einen Mann kennen, der eigentlich überhaupt nicht in mein übliches Beuteschema bärtiger Ex-Krimineller (klingt schlimmer als es ist, Mama, versprochen) passte. Und doch fühlte ich mich sofort zu ihm hingezogen. Jung, erfolgreich, ehrgeizig, ein kleines bisschen arrogant und wirklich sehr, sehr attraktiv. Er führte mich in schicke Bars aus, forderte mich intellektuell heraus und war gerade eingebildet genug, um mein Interesse zu halten. Man stelle sich also meine Enttäuschung vor, als ich mich nach guten acht Stunden Dating-Zeit (das sind ganze sechzehn 30-Minuten-Slots!?!) in seinem Hotelzimmer wiederfand und Sex hatte, der eigentlich nur als "schlecht" beschrieben werden kann. Wobei, vielleicht "langweilig".

In meiner Fantasie war er dieser viel gereiste Geschäftsmann, der in jedem Hafen eine andere Flamme hatte. Und jede dieser Flammen hatte ihm eine andere spannende Handfertigkeit beigebracht und ich würde jetzt die Früchte dieser internationalen Sex-Ausbildung ernten! Stattdessen war er seit Jahren so auf seine Karriere fokussiert gewesen, dass seine Skills in den Laken noch immer denen eines 16-jährigen Jungen entsprachen. Und ganz ehrlich: Ich bin zu busy, um Sex mit Teenagern zu haben. Und außerdem ist es illegal.

Kann man das Können in den Laken von Weitem beurteilen?

Am nächsten Morgen zog ich die einzig logische Konsequenz und schrieb meinem besten Freund eine verzweifelte Nachricht:

Ich: Ich hatte schlechten Sex. Ich hatte vergessen, dass das passiert.

Er: Ja, leider. Mega nervig.

Ich: Digga. Wie soll man die auseinanderhalten? BEVOR ich mir den Stress mache.

Er: Wie riecht er? Was für Schuhe trägt er? Wie muskulös sind seine Unterarme? Und hat er gut geformte Oberschenkel?

Klingt eigentlich nach ziemlich sinnvollen Kategorien oder? Ich weiß nicht, wie das bei euch so ist, aber der Geruch eines Mannes kann einen riesigen Einfluss darauf haben, wie attraktiv ich ihn finde. Dieser Typ nutzte das gleiche sauteure Parfum wie einer meiner Ex-Freunde, mit dem ich immer großartigen Sex gehabt hatte – also ein absolut ansprechender Geruch für meine Libido.

Die Sache mit den Schuhen mag vielleicht etwas sein, was nur wir machen, aber eigentlich sollte es jeder mal ausprobiert haben. Man kann SO VIEL über einen Mann herausfinden, indem man den Blick unterhalb der Knöchel senkt. 

Sneakers? Ein Kind im Körper eines Mannes. Das kann auf zwei Arten und Weisen enden: Entweder er ist ein "echter" Mann, der sich die Energie eines Jungspunds beibehalten hat, oder er ist tatsächlich einfach ein Kind, gefangen im Körper eines Mannes. Sneakers sind ein bisschen gefährlich, aber Leben am Limit, oder?

Hush Puppies und ähnliches? Hat seine Mutter in der Schnellwahlliste und einen riesigen Stapel Schmuddelmagazine unter der Matratze versteckt.

Wanderstiefel? Hat einen riesigen Busch untenrum und eine unangenehm enge Verbindung mit seinem Hund.

Dreckige Converse? Dauerhaft pleite, spielt Gitarre, hat eine sehr enge Freundesgruppe und einen Spitznamen, von dem niemand mehr weiß, wo er mal herkam.

Super saubere Converse und akkurat reingestopfte Schnürsenkel? Lauf! Die Gefahr, dass er einen Großteil seiner Freizeit vor einem Spiegel oder auf einer Sonnenbank verbringt, ist einfach zu groß. Und außerdem: Es gibt nun wirklich nichts heißes an einem Mann, der panische Angst vor Pfützen hat.

Ankle Boots: BITTE DANKE YESSSS! Selbstbewusst, stylish, aber verbringt nicht allzu viel Zeit damit, sich morgens anzuziehen. Casual chic ist die perfekte Beschreibung dieses Mannes – sowohl innerlich als auch äußerlich. (Und in diesem Fall auch des Mannes, von dem wir hier sprechen.)

Wie war er durch mein vorsichtig gestricktes Netz gerutscht?

Die letzten zwei Kategorien erklären sich ja quasi von selbst. Und da mein personifizierter Casual Chic sehr schöne, definierte Unterarme und die Art Oberschenkel hatte, die man nur durch Marathonläufe bekommen kann, können wir diese zwei Boxen auch abhaken.

Und trotzdem schaffte er es, irgendwie durch dieses sehr vorsichtig gestrickte Netz zu rutschen. Wo war ich falsch abgebogen? Was hatte ich verpasst?

Bevor es jetzt jemand sagt: Ja, ich weiß, dass es manchmal nicht darum geht, dass eine beteiligte Person schlecht im Bett ist. Häufig liegt es einfach daran, dass die Chemie zwischen zwei Menschen nicht stimmt. Ab-so-lut richtig! Aber das Unvermögen, den Körper einer Frau richtig zu verstehen, hat nichts mit Chemie zu tun, sondern mit fehlender Erfahrung. Und die ist ab einem gewissen Alter einfach nicht mehr hinnehmbar und sollte meiner Meinung nach offener zur Schau getragen werden. Aber vermutlich werden obligatorische Buttons, die das sexuelle Alter einer Person spezifizieren, erst einmal ein Traum bleiben müssen. (Aber WIE GEIL wäre das? Nie wieder schmerzhafter Teenie-Sex, nie wieder mit den schweren Augenlidern kämpfen, während einer Runde 'Liebe machen' mit einem dreißigjährigen Rentner… Das wär's!)

Bis dieser Traum wahr wird, müssen wir uns wohl mit der Tatsache anfreunden, dass die Suche nach einem befriedigenden sexuellen Erlebnis immer ein bisschen "hit and miss" sein wird. In manchen Fällen wörtlicher gemeint als in anderen (Ja, casual chic, ich spreche mit dir!). Allerdings gibt es Faktoren, die dennoch dabei helfen können, jemanden in die richtige Ecke einzuordnen.

Ganz ehrlich? Sex ist witzig! 

Kommunikation ist ein riesiger Faktor, wenn es um die Chemie zwischen zwei Menschen geht – sowohl im Bett als auch davor. Jemand, mit dem man sich auf der gleichen Wellenlänge unterhalten kann, ist jemand, dem man im Zweifel auch nackt sagen kann, dass er dringend eine Landkarte für deinen Körper braucht. (Hier hätte ich übrigens stutzen müssen. Casual Chic konnte mir nicht sagen, dass er auf die Toilette muss. "Ich gehe mir mal eben die Hände waschen." Zu steif. Zu besorgt ums Image. Zu verklemmt.)

Wie selbstbewusst ist er? Ich habe absolut kein Problem mit schüchternen Männern. Manchmal kann es total süß sein, wenn er nicht direkt mit irgendeinem schlauen Spruch auf dich zugerannt kommt – solange er irgendwann anfängt, zu reden und mutiger zu werden. Denn nichts ist unsexier, als das Gefühl, dass du alleinverantwortlich für euer beider Spaß bist.

Könnt ihr über die gleichen Sachen lachen? Ich meine, jetzt mal realistisch betrachtet, Sex ist lustig. Wir sind keine majestätischen Einhörner, die sich am Ende eines Regenbogens miteinander verbinden. Wir sind zwei schwitzige Körper, die versuchen, etwas, was aussieht wie ein fleischiger Pilz, in etwas, was aussieht wie eine fleischige Höhle, hineinzuschieben und dabei so viel Lust wie möglich zu verspüren. Das ist brüllerkomisch. Versteht mich bitte nicht falsch. Es ist großartig und fühlt sich toll an und ich liebe es, aber ich bin mir auch sehr im Klaren darüber, dass es ein sehr rudimentärer Akt ist. Und finde das im Zweifel auch währenddessen mal lustig. Und ein Mann, der sich von ein bisschen Kichern verunsichern lässt, ist wahrhaft unsexy. Nein, ich finde deinen Penis nicht zu klein. Nein, du bist nicht Adonis und ja, das ist mir total egal. Mein Gott, entspann dich.

SUGOT

Wir haben also etabliert, dass man das sexuelle Können eines Mannes leider nicht wirklich von Weitem beurteilen kann. Ich glaube nach wie vor, dass die Schuhe-Unteram-Geruch-Oberschenkel-Theorie (kurz SUGOT) sehr effektiv sein kann, um sich ein erstes Bild zu machen, aber leider ist sie nicht zu 100 Prozent sicher. Wahrscheinlich muss man tatsächlich ein paar Schritte näher ran gehen und eine Unterhaltung anfangen, um die andere Person genauer einschätzen zu können. I know, ich war auch schockiert.

Sollte er alle Hürden erfolgreich überwunden haben, bleibt eigentlich nur noch ein einziger Faktor übrig: der Kuss. Erklärt sich eigentlich von selbst. Jemand, der nicht küssen kann, wird sich nicht mit einem mal in einen Sex-Gott verwandeln, wenn die Lichter ausgehen. Also, bitte tu dir selbst und mir einen Gefallen. Ganz egal wie verzweifelt du bist und wie lange es jetzt her ist, wenn du dir unsicher bist: Nimm ihn nicht mit nach Hause. Es gibt nur eins, was schlimmer ist, als kein Sex und das ist schlechter Sex, wenn du tief in dir weißt, dass du ihn hättest vermeiden können.

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