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Sex-Studie: Wann verlieren wir unsere Jungfräulichkeit?

Eine neue Studie hat sich mit der Sexualität - insbesondere der von Jugendlichen - beschäftigt. Das erste Begehren zielt demnach meist auf Stars, Lehrer oder die Freundin des großen Bruders. Und offenbar verlieren die Kids ihre Unschuld wieder früher.

Die Generation Z ist sexuell gesehen weit aktiver als ihre Vorgänger

Die Generation Z ist sexuell gesehen weit aktiver als ihre Vorgänger

Das Gesundheitsportal DrEd hat die "sexuelle Reise" erforscht, die Menschen im Laufe ihres Lebens durchmachen. Dazu wurden 1000 Personen in Europa und den USA befragt. Die Ergebnisse sind spannend. Das Durchschnittsalter, in dem Menschen ihre Jungfräulichkeit verlieren, liegt nach diese Studie bei 17,4 Jahren. 

Dieser Wert deckt sich in etwa mit anderen Daten zu dem Thema. Im historischen Maßstab ist das relativ alt, doch es gibt interessante Entwicklungen. Nachdem sich die Jungfräulichkeitsgrenze seit den 60er-Jahren kontinuierlich nach oben verschob, wurde offenbar eine Trendwende erreicht.

Plausible Angaben

Bei der Generation X liegt der Wert bei satten 18,1, bei den Millennias (oder der Generation Y) sinkt er auf 17,4 und die jüngste Gruppe (Generation Z) verliert ihre Unschuld im Schnitt mit 16,2 Jahren.

Dabei verlieren die Amerikaner (17,3) ihre Unschuld etwas früher als die Europäer (17,7) – die Unterschiede sind aber gering. Anders als die biologische Entwicklung nahelegt, sind die Männer etwas frühreifer als die Frauen. Doch auch hier sind die Differenzen minimal. Frauen verlieren ihre Jungfräulichkeit im Alter von 17,4 - Männer mit 17,6.

James Bond und Mariah Carey

Das Erwachen eines ernsthaften sexuellen Interesses findet zeitlich früher statt. Im Durchschnitt mit 15,2 Jahren, zum Vollzug kommt es erst 2,2 Jahre später. Und wodurch wird sexuelle Erregung erstmals ausgelöst? Immerhin geben 62 Prozent an, sie hätten zuerst für einen Star - etwa Schauspieler und Sänger - sexuelle Gefühle empfunden. Genannt wurden etwa der Alt-Bond-Darsteller Sean Connery und das Stimm- und Busenwunder Mariah Carey. Danach kommt mit 30 Prozent der Partner eines Verwandten an die Reihe.

Da liegt Sprengkraft drin. Es scheint also nicht nur eine Hollywood-Erfindung zu sein, dass die kleine Schwester oder der kleine Bruder große Gefühle für die Liebe älterer Geschwister empfindet. Gern genannt wurde auch das Milf-Phänomen: "Die Mutter eines Freundes".

Ganz vorn im Rennen ist das Lehrpersonal der Schulen mit 14 Prozent. Dazu ist anzumerken, dass Lehrer und vor allem Assistenz-Lehrer in vielen Ländern sehr viel jünger als in Deutschland sind. 

Gender-Rollen im Wandel

Große Auswirkung hat offenbar auch die Gender-Debatte. Die Aussage "ich würde eine bisexuelle Person daten" beantworten 38 Prozent der jungen Generation Z mit ja, bei den Baby-Boomern sind es nur drei Prozent. Es mag auch eine Rolle spielen, dass die wilden Jahre der Baby-Boomer inzwischen Jahrzehnte zurückliegen.

Eine ähnliches Muster findet sich auch bei Rollenzuschreibungen. Dem Satz "Sexualität ist ein weites Spektrum" stimmen 46 Prozent der Youngster zu, bei den Baby-Boomern sind es nur fünf und auch bei den Millennials nur elf Prozent. Hier hat sich in wenigen Jahren ein Erdrutsch ereignet. 

Auch die Frage nach einer zu frühen Heirat ergab verblüffende Ergebnisse. DrEd fragte danach, ob man sich wünschte, vor der Ehe mehr sexuelle Erfahrungen gesammelt zu haben. Insgesamt wünschten etwa 40 Prozent mehr Erfahrungen vor der Ehe. Erstaunlicherweise aber nur 28 Prozent der Frauen gegenüber 54 Prozent der Männer.

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