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Diskussion auf Twitter: "Ich bin dein Typ, du weißt es nur nicht" – ist das romantisch oder Stalking?

Auf Twitter erzählt ein User, wie er in der U-Bahn die Frau seiner Träume anspricht. Womöglich ist die Geschichte nicht echt, aber sie löst eine Diskussion aus: Was ist ein mutiger Move – und wo ist eine Grenze überschritten?

Junger Mann legt einer Frau den Arm um die Schulter

Wenn sie nicht will, will sie nicht – Männer müssen ein "Nein" akzeptieren können, auch wenn es wehtut

Pexels

"Liebe wird aus Mut gemacht", hat ja schon Nena gesungen. Und Menschen anzusprechen, auf die man ein Auge geworfen hat, erfordert eine ganze Menge Mut. Vor allem, wenn man diese Person nicht persönlich kennt, ist der Grad zwischen einer gutgemeinten und einer schrägen Aktion oft schmal.

Am Beispiel eines Tweets hat sich auf Twitter eine Debatte darum entzündet, wie man es in einem solchen Fall wohl am besten anstellen könnte und wann die Grenze zur Belästigung überschritten ist. Ein Twitter-User, der sich selbst "Veit Klapp" (offensichtlich nicht sein wirklicher Name, sondern eine Anspielung auf den Film "Fight Club") nennt, hatte am Montag den folgenden Tweet abgesetzt:

Sie hat einen Freund, er akzeptiert ihr "Nein" nicht

Der Tweet erregte großes Aufsehen, mehr als 170 Retweets und 3.600 Likes gab es dafür. Zudem jede Menge Bewunderung und Ermutigung für den mutigen U-Bahn-Passagier. Bei der Band handele es sich um Metallica, er habe die Karten bekommen, obwohl das Konzert schon ausverkauft gewesen sei, erzählte der Autor auf Nachfrage anderer User. Soweit fanden die meisten Twitterer die Aktion noch ganz süß – mit seinem nächsten Tweet aber verspielte "Veit Klapp" die Unterstützung vieler.

Unter dieser Nachricht brach schnell eine Diskussion über die Chancen und Grenzen des Ansprechens von wildfremden Menschen in der U-Bahn aus. "Ohne irgendwas über die Frau zu wissen, sie direkt in eine extrem unangenehme Situation bringen, in der ein 'Nein' dich nicht nur verletzen, sondern auch ganz blöd dastehen lassen würde mit deiner übrigen Karte. Allein das kommt schon extrem obsessiv und damit beängstigend rüber. Und dann lässt du sie noch nicht mal in Ruhe, wenn sie ablehnt", kritisiert eine Userin. Auch andere Frauen sehen eine rote Linie überschritten – ansprechen okay, aber dann bitte auch ein Nein akzeptieren und nicht derart aufdringlich werden. Schon gar nicht, wenn die Frau anscheinend in einer Beziehung ist.

Die Geschichte ist vielleicht nicht echt – die Diskussion schon

"Du weißt nichts über diese Frau und gehst trotzdem davon aus, dass du DER TYP für sie bist, nur weil du sie attraktiv findest? Was ist das denn für ein Denken?", schreibt eine weitere Twitter-Userin. Während einige "Veit Klapp" weiter für seinen Mut feiern, sehen viele in der Geschichte ein weiteres Beispiel dafür, wie Männer sich oft schwertun, Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren. Sie jedenfalls hätten sich in der Situation extrem unwohl und unter Druck gesetzt gefühlt, kommentieren Frauen unter dem Tweet. Einige gehen so weit, von "Stalking" zu sprechen.

Ob sich die Geschichte wirklich so zugetragen hat, weiß niemand – eigentlich spricht sogar einiges dafür, dass es sich um einen Fake handelt. Nach den negativen Reaktionen hat sich "Veit Klapp" in seinen weiteren Tweets weder weiter zu dem Thema geäußert, noch auf die vielen kritischen Replys reagiert. Und das nächste Metallica-Konzert in Deutschland steht auch erst im Juni des nächsten Jahres an. Besonders authentisch wirkt der Account ohnehin nicht. 

Trotzdem hat er exemplarisch eine Szene beschrieben, wie sie im wahren Leben vorkommt oder zumindest vorkommen kann – und damit eine Diskussion ausgelöst, die für Männer und Frauen gleichermaßen wertvoll sein kann. Denn die Frage, wie der nächste Move beim Gegenüber wohl ankommt, steht doch immer im Raum und löst viel Kopfzerbrechen aus. Hier wird sie einmal von Vertretern beider Geschlechter beantwortet. Und das ist doch schon mal ein Anhaltspunkt für die eigene Taktik.

Ein außergewöhnliche Liebesgeschichte: Ein Mann macht kniend einer Frau einen Heiratsantrag
epp
Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?