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Fotoprojekt zu Polyamorie: Wenn der Partner auch andere liebt: Diese Paare wissen, wie sich das anfühlt

Polyamorie – das bedeutet: mehrere Menschen lieben. Diese Paare machen vor, wie das aussehen kann. In ihrer Bilderreihe "The Open Photo Project" zeigt Fotografin Erika Kapin das alltägliche Leben von Paaren, die einvernehmlich nicht monogam leben.

Polyamorie: Brian und Anna sind seit 2013 ein Paar

Brian und Anna trafen sich 2013 auf einer Dating-Website. Sie leben zusammen in der Bronx, New York und führen eine sehr enge Beziehung. Sie haben beide noch weitere Partner, die sie manchmal getrennt voneinander, manchmal gemeinsam treffen. Anna: "Ich mag den Begriff 'ethisch nicht-monogam'." Brian: "Ja, ich glaube, das beschreibt es am besten, weil der Begriff so dehnbar ist. Jede ethisch nicht-monogame Beziehung ist anders, weil die Möglichkeiten endlos sind. Das heißt, man muss den Begriff immer erklären, wodurch keine Missverständnisse durch Stereotypisierung passieren."

Eine offene Beziehung zu führen, ist für viele unvorstellbar. Der Gedanke, dass der Partner Sex mit einer anderen Person hat, ist für die meisten nicht zu ertragen. Doch einige Paare gehen sogar noch einen – eher zehn – Schritte weiter: Sie führen eine Beziehung miteinander, sind teilweise verheiratet, teilen ihren Partner aber willentlich mit anderen. Polyamorie nennt sich das Beziehungskonstrukt, dem sich Fotografin Erika Kapin in ihrem Multimedia-Projekt "The Open Photo Project" gewidmet hat.

Es zeigt polyamore Paare in ihrem Alltag. "Indem ich nicht-monogame Menschen in ihrem alltäglichen Leben fotografiere, will ich sie als die komplexen, multidimensionalen Wesen darstellen, die sie sind", sagt die Fotografin. "Ob beim Kochen, auf dem Weg zur Arbeit oder nackt mit einem Partner – die Bilder repräsentieren ihre komplexen Leben und Lebensentscheidungen."

Gemeinsam Vorurteile über Polyamorie ablegen

Kapin versteht ihr Projekt als einen "Einblick in die Einzigartigkeit zwischenmenschlicher Beziehungen". "Es ist eine eine Einladung, unsere Auffassungen von erfolgreichen, nachhaltigen, gesunden romantischen Beziehungen noch einmal neu zu überdenken", sagt sie. "Lasst uns gemeinsam unsere Vorurteile über ethisch nicht-monogame Beziehungen ablegen, indem wir Respekt und Verständnis aufbauen. Monogamie ist eine völlig legitime Beziehungsform, aber es gibt noch so viel mehr, genau so legitime Formen."

Mehr zu "The Open Photo Project" findet ihr auf Facebook. 

jgs
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