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Solidarität unter Mitarbeitern: Damit er sich um kranken Sohn kümmern kann: Kollegen spenden Vater 930 Überstunden

Damit er sich um seinen herzkranken Sohn kümmern kann, überließen die Mitarbeiter einer Berliner Firma ihm ihre gesammelten Überstunden. Die Hilfsbereitschaft war überwältigend.

Wenn das eigene Kind krank wird, ist das eines der schlimmsten Dinge, die Eltern passieren kann. 

Wenn das eigene Kind krank wird, ist das eines der schlimmsten Dinge, die Eltern passieren kann. 

Auch wenn uns das oft weisgemacht wird: Das Leben verläuft nicht immer nach Plan. Man kann sich nicht auf alle Eventualitäten vorbereiten. Manchmal passieren Dinge, die man nicht hätte vermeiden können. Und plötzlich findet man sich in einer kräftezehrenden Ausnahmesituation wieder.

So ging es auch Jens Rösener. Er arbeitet als Außendienstmitarbeiter beim Berliner Maschinenbauunternehmen MTS. Und er hat einen Sohn, Kim. Der erkrankte 2017 an Grippe, in Folge litt er an einer bleibenden Herzmuskelschwäche. Der heute 19-Jährige musste von da an eine Defibrillator-Weste tragen, die schließlich auch sein Leben retten sollte: Im Sommer brach er plötzlich zusammen, musste in die Charité eingeliefert und schließlich in eine Heidelberger Spezialklinik verlegt werden. Seine Herzleistung lag nur noch bei rund 20 Prozent. Sein Vater begleitete Kim, blieb die ganze Zeit bei ihm.

Extremsituationen können jeden treffen

Jens Rösener nahm dafür Urlaub, brauchte seine Überstunden auf. Er lebte auf einem Campingplatz in der Nähe der Klinik, um bei seinem Sohn sein zu können. Als er keine freien Tage mehr übrig hatte, bat er seinen Chef um unbezahlte Freistellung, bis es Kim besser ginge.

Die Klinik in Heidelberg, in der der 18-jährige Kim Rösener behandelt wurde

In dieser Klinik in Heidelberg wurde der damals 18-jährige Kim Rösener behandelt

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Doch Marcus Piepenschneider, Chef der Firma, für die Rösener arbeitete, hatte eine bessere Idee. Er schickte eine Mail an alle 110 Kollegen und fragte, ob nicht einige bereit wären, ihre Überstunden für den besorgten Vater zu spenden. Er wollte nicht, dass die Familie Rösener sich neben Kims Gesundheit auch noch um ihre finanzielle Situation sorgen mustes. Und die Geschäftsführung ging direkt mit gutem Vorbild voran und gab ihre gesammelten Überstunden ab.

Die Reaktion der Kollegen war überwältigend

Die Reaktion war überwältigens: 930 Überstunden kamen zusammen. Bei einer 35-Stunden-Woche entspricht das 133 freien Tagen.

Die gute Nachricht konnte Jens Rösener zu diesem Zeitpunkt gut gebrauchen – Kim ging es schlechter, seine Herzleistung lag nur noch bei fünf Prozent. Durch die Arbeit der Ärzte und den Beistand seines Vaters besserte sich der Zustand des damals 18-Jährigen jedoch stetig.

Inzwischen kann Kim wieder zur Schule gehen. Er benötigt allerdings ein Spenderherz und hofft, dass bald ein passendes Organ zur Verfügung steht. Kims Vater kann wieder arbeiten – und hat nicht all die freien Tage benötigt, die die Kollegen ihm gespendet hatten. Zurück wollten die ihre Überstunden aber nicht – Jens Rösener kann sie als Notfallpolster behalten, falls sein Sohn noch einmal in die Klinik muss.

Kim bedankte sich in einer E-Mail bei den Kollegen seines Vaters. Er war sehr gerührt von der Hilfsbereitschaft der Mitarbeiter.

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WT
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?