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Amazon-Serie: Prediger, Ex-Freundin und Vampir suchen Gott - "Preacher"-Staffel 2

Am 26. Juni startet die zweite Staffel der AMC-Serie "Preacher" und liefert Helden der etwas anderen Art. Wer genug von den klassischen Superhelden hat, findet hier Erlösung.

Von David Weinard

Cassidy, Jesse und Tulip im Bett

Im Bett mit dem Prediger. Das Dreamteam Cassidy, Jesse und Tulip erholt sich von der anstrengenden Suche nach Gott höchstselbst. 

"Preacher" ist eine von Schauspieler Seth Rogen und Evan Goldberg produzierte Serie, die auf dem gleichnamigen DC-Comic basiert. Der Kleinstadt-Prediger Jesse Custer (Dominic Cooper) bemerkt, dass er mit seiner Superkraft, der "Stimme Gottes", Menschen unmittelbar befehligen kann. Eigentlich der richtige Mann im richtigen Job, jede Kirche würde ihn mit Kusshand einstellen. Wäre da nicht das kleine Problem, dass er diese "Genesis" genannte Macht gar nicht in sich tragen dürfte. Zwei Engel versuchen ihm in Eigenregie "Genesis" wieder auszutreiben, um die göttliche Ordnung wiederherzustellen. Weitaus gefährlicher ist jedoch der unsterbliche, verfluchte Cowboy, der vom Himmel direkt als Auftragskiller angeheuert wurde.

Auf ein Wort mit Gott

Es war in der ersten Staffel schon das Highlight, schön aufgehoben fürs Finale - der Auftritt von Gott höchstpersönlich. Naja, zumindest hielt man ihn dafür. Während die meisten Serien sich an die Darstellung von Gott wohl nicht rangetraut hätten, lieferte der (falsche) Gott bei Preacher einen grandios skurrilen Auftritt, im direkten Dialog mit seinen Schäfchen.

Nun aber soll's in Staffel 2 gefälligst der echte Gott sein, denn da gibt es immer noch ein paar offene Fragen, auf die der Prediger und seine Gang gerne Antworten hätten. Jesse, sein Vampirfreund Cassidy (Joseph Gielgun) und seine Ex Tulip (Ruth Negga) machen sich also auf die Suche nach dem Allmächtigen. Angeblich gibt es da Jemanden, der über den Verbleib von Gott Näheres weiß.

Erwartungsgemäß verläuft ihr Roadtrip nicht ohne Schwierigkeiten, denn der Prediger hat noch immer mächtige Feinde. Zum einen möchte Gott selbst vielleicht gar nicht gefunden werden, zum anderen soll der Prediger weiterhin um seine Superkraft erleichtert werden. Als die Reisegruppe in eine Schießerei gerät, in der ihre Kugeln allerdings nichts anrichten können, wird schnell klar, welcher Bösewicht ihnen weiterhin auf den Fersen ist. Der unsterbliche Cowboy hat es auch in Staffel 2 geschafft.

Näher am Comic

Staffel 1 sorgte im vergangenen Jahr schon für einigen Wirbel, allerdings kam von Seiten passionierter Fans des Comics auch Kritik, die Serie habe sich zu weit von der Vorlage entfernt. Das soll sich nun mit Staffel 2 ändern. Während die erste Staffel hauptsächlich in der Kleinstadt Annville spielte und dadurch im Plot begrenzt war, bringt uns die zweite Staffel raus aus der Kleinstadt. Dadurch kann die Serie endlich atmen, sich über die Stadtgrenzen hinaus entfalten, und wesentlich mehr Handlungsstränge aus dem Comic aufgreifen.

Doch egal ob in oder außerhalb von Annville, geblieben sind der Serie ihre beiden Kernelemente - dunkler Humor und blutige Gewalt. Der skurrilste Charakter aus der ersten Staffel, “Assface”, der übrigens tatsächlich so aussieht wie er heißt, ist ebenfalls wieder mit an Bord. Wurde er vom Prediger in der ersten Staffel noch in vollem Zorn und halb versehentlich in der Hölle geparkt, ist er nun bereit, dem Prediger wieder zu vertrauen und sich seinem Kreuzzug anzuschließen.

Whiskey saufen und Kugeln predigen

Nicht nur der Prediger muss sich in Staffel 2 mit seinen Dämonen auseinandersetzen. Tulip versucht immer noch, ihre Vergangenheit als Auftragsmörderin geheim zu halten, und der irische Vampir Cassidy hat ohnehin genug damit zu tun, seinen Blut- und Whiskeydurst unter Kontrolle zu halten. Es sind gerade diese oft ambivalenten Momente und der innere Konflikt des Predigers und seiner Helfer, die der Serie Tiefe geben und die Charaktere in "Preacher" fast schon glaubwürdig machen. So glaubwürdig, wie es eben geht, in einer Comic-Adaption über Engel, Dämonen, Vampire und Superhelden.

Ob die Protagonisten schlussendlich zu Gott finden, und was der überhaupt von der ganzen Nummer hält, lässt sich ab dem 26. Juni in der zweiten Staffel von "Preacher" bei "Amazon Prime Video" herausfinden. Achja, diesmal sogar mit drei Folgen mehr, also ingsesamt 13.

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