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Wirbel um Berliner Gaststätte: "Moritz" statt "Mohr": Warum eine Kneipe ihren Namen änderte

Wie rassistisch ist das Wort "Mohr"? Ein Berliner Wirt hat den umstrittenen Begriff gerade aus seinem Kneipen-Namen gestrichen. Statt "Zum kleinen Mohr" heißt die Gaststätte jetzt "Zum kleinen Moritz". Richtig oder übertrieben?

"Zum kleinen Moritz" statt "Zum kleinen Mohr": Berliner Kneipe ändern seinen Namen

"Zum kleinen Moritz" statt "Zum kleinen Mohr": Einer Berliner Kneipe wurde Rassismus vorgeworfen - jetzt reagierte der Betreiber

1. Mai 2017. Ein Mann stürmt in die Kneipe "Zum kleinen Mohr" am Berliner Moritzplatz und ruft: "Nazi-Kneipe!" So berichtet es der Kneipen-Besitzer Renato Bono dem "Tagesspiegel". Und das sei nicht das erste Mal gewesen. Immer wieder muss sich Bono, der selbst Sohn eines Italieners ist, für den Namen seiner Gaststätte rechtfertigen. 

Grund ist das längst aus der Mode gekommene Wort "Mohr", das sich im Namen seiner Kneipe befindet. Deshalb hat der Wirt jetzt die Reißleine gezogen und das Lokal, das er 2002 samt damaligem Namen übernommen hatte, kurzerhand umbenannt.

Irgendwas mit Sklaven

Weder er selbst, noch der Großteil seiner Gäste seien ausländerfeindlich, beteuert der Wirt. Er selbst wisse gar nicht so genau, was es mit den Mohren auf sich hat. Zum "Tagesspiegel" sagt der Kneipen-Betreiber, dass er lediglich wisse, dass der Begriff "irgendwas mit Sklaven" zu tun hat.

Ist "Mohr" rassistisch?

Darf man das heute noch sagen? Schon seit längerer Zeit wird über den veralteten Begriff "Mohr" diskutiert. Und tatsächlich steht die Bezeichnung für eine eher abfällige Bezeichnung von Afrikanern oder Menschen mit afrikanischem Migrationshintergrund. Wann und wo genau der Begriff entstanden ist, ist jedoch unklar. Feststeht allerdings, dass afrikanische Sklaven an europäischen Königs- und Fürstenhöfen häufig als "Mohren" oder "Mohrenhäupter" bezeichnet wurden. Kurz: Der Begriff ist mindestens vorbelastet. 

Berliner Wirt streicht "Mohr" aus Kneipen-Name

Die Diskussion um den Namen seiner und die sich häufenden Beschimpfungen waren für Betreiber Renato Bono jedenfalls Anlass genug, bei seiner Brauerei anzurufen. Dort fragte er, ob man das prominente Namensschild an der Außenfassade nicht austauschen könnte. Gefragt. Getan. Auch wenn es auf den ein oder anderen Stammgast noch befremdlich wirkt, prangert nun das politisch korrekte "Zum kleinen Moritz" über dem Eingang der Berliner Gaststätte. Na, dann: Prost.


hh