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Hochzeitskatastrophen, Teil 3: Keine Schuhe, keine Haare, keine Torte

Unerschöpflich scheint der Fundus an schrecklichen Ereignissen auf Hochzeiten zu sein. Im Rückblick werden die Erinnerungen dennoch von Jahr zu Jahr schöner – weil sie so einmalig sind. Unsere Leser und Facebook-User packen aus.

Eine Hochzeitstorte liegt zerstört auf deinem gekachelten Boden

Die kleinen Unwägbarkeiten auf Hochzeiten: Manchmal gibt es einfach keine Torte

Dieses Gefühl beschleicht einen sofort und lässt sich kaum unterdrücken: Wenn auf einer Hochzeit schiefgeht, was nur schiefgehen kann, fragt sich manches Brautpaar, ob das ein böses Omen für das kommende Eheleben ist: Manche Menschen haben eine Traumhochzeit und führen eine glückliche Ehe – und wir?? 

Das ist natürlich Quatsch. Auf Hochzeiten treffen Menschen aufeinander, die sich vorher nicht kannten, manchmal sind das sogar die Eltern von Bräutigam und Braut. Hinzu kommt eine seltene Gäste-Mischung aus Freunden, Verwandten und Kollegen. Außerdem sind viele Außenstehende beteiligt: Caterer und Servicekräfte, Standesbeamte und Pastoren, Drucker, Schneider, Friseure, Kosmetikerinnen und mehr. Bei einem solchen Aufgebot erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass etwas nicht klappt. Oder ganz viel nicht.

Zahlreiche Leser und Facebook-User folgten unserem Aufruf, uns an ihren schlimmsten Erlebnissen auf (ihren eigenen oder fremden) Hochzeiten teilhaben zu lassen:

Ralf K. berichtet:

Das klingt jetzt unwahrscheinlich, ist aber wirklich so geschehen: Standesamtliche Hochzeit, Aufgebot bestellt für Freitag 11 Uhr und alles danach organisiert. Eltern, Geschwister und die meisten anderen Gäste hatten eine Anreise von mehr als zweihundert Kilometern. Donnerstag gegen 16 Uhr rief der Standesbeamte an und sagte, ich zitiere: "Das wird nix. Ich hab ganz vergessen, dass der Altbürgermeister morgen Geburtstag hat." Und da müsste er unbedingt dabei sein. Nach langen hin und her und Androhung einer Beschwerde oder Anzeige fand die Trauung dann am Freitag um 8.30 mit nur der Hälfte der Gäste statt. Ich weiß, unglaublich, aber wahr. Die Ehe hat leider nur zwölf Jahre gehalten.

Michaela S. erinnert sich:

Über meine erste Hochzeit, die seit Jahren geschieden ist: Schwiegermutter macht Dinge, die sie nicht soll. Der Schwager benimmt sich wie ein Arsch und der Bräutigam findet die Braut 👰 nicht bei der Brautentführung. Ich schmücke es nicht weiter aus, das war schon scheiße genug. Heute kann ich drüber lachen. 😂 Alles prima, ich bin in zweiter Ehe bestens versorgt.

Betina M. erzählt von fehlenden Schuhen:

Die Schuhe des Bräutigams wurden im Netz bestellt und waren bis zum Hochzeitstag nicht ausgeliefert worden! Also ging der Bräutigam in weißem Nadelstreifenanzug und alten Turnschuhen zur Trauung. Gott sei Dank hatte der Trauzeuge die gleiche Schuhgröße und hat dem armen Bräutigam zumindest für die Zeit der Trauung seine Schuhe geliehen. Wer da getraut wurde, erzähle ich aber lieber nicht.

Udo D. fasst sich kurz:

Meine Hochzeit: Die Schwiegermutter wollte nicht, dass ich aufs Foto komme.

Bei Manuela S. missglückten gleich mehrere Dinge:

Wir haben mitten in Köln (Severinsviertel) geheiratet und wohnten damals im südlichsten Teil von Köln. Ich wurde bei meiner Freundin abgeholt. Vor der Kapelle und kurz bevor ich aussteigen wollte, fiel mir auf, dass wir den Brautstrauß vergessen hatten. Zwei Freunde sind also noch mal den ganzen Weg zurück, um den zu holen. Der Pater war allerdings gut drauf, sodass ihm die Zeitverschiebung, die dadurch entstand, nix ausmachte.

Während der Trauzeremonie weinte dann die kleine Tochter meiner Freundin in einer Tour durch und mein Mann war so nervös, dass er den Ring beim Anstecken an meine Hand fallen ließ. Gott sei Dank lag da Teppich, sodass er nicht weit rollte. Nach der Trauung, in der Location, wollten wir die Torte anschneiden. Die Dekoration, die drauf war (aus Plastik), wollten wir vorher runternehmen, sind aber mit dem Messer so ungeschickt darunter gekommen, dass die Deko wegflog.

Trotzdem war es alles in allem eine wunderschöne Hochzeit, an die wir uns auch nach knapp 15 Jahren immer noch gerne erinnern!

Die Eltern von Sonia B. feierten mit einer Tante in Weiß:

Bei der Hochzeit meiner Eltern (Ehe hält seit mittlerweile 25 Jahren) kam eine Großtante meiner Mutter im weißen Kleid und weißen Schuhen. Etliche Verwandte haben ihr ganz schön die Meinung gesagt und sie war sich keiner Schuld bewusst.  😂 😂 😂

Stefanie J. schockierte ihr Umfeld:

Am 1. April geheiratet, damit es auch ja nur ein Scherz ist – und gleich mal dem Standesbeamten gesagt, dass wir nur wegen der Lohnsteuerklasse heiraten 😊 . Das Gesicht: unbezahlbar. Ringe hatten wir auch keine. Hab aber auch bei der Taufe die Kerze vergessen, weil ich nicht wusste, dass man eine braucht.  😂

Janina T. wurde vermisst:

Als ich mit meinem Mann vor dem Standesbeamten stand und wir gerade ja sagen wollten, rief mich mein Chef an und fragte, warum ich nicht auf der Arbeit bin. Alle meine Urlaubsanträge (in der Zeit, in der ich da gearbeitet habe) hatte er nicht erhalten. Obwohl ich sie ihm persönlich in die Hand gedrückt habe.

Chichi J. hat vorgesorgt:

Mein "Beileid" an alle, die was Schlimmes durchmachen mussten. Mein Mann und ich haben viel Schlimmes gehört und deshalb auf unsere eigene Art und Weise geplant.

Wir haben an einem Montag um 10 Uhr geheiratet. Wir haben die Großeltern zum Kaffee eingeladen. War 'ne Tarnung, in unsere Wohnung. Gegen 14 Uhr. Unseren beiden Eltern haben wir gesagt, sie sollen zum Mittagessen vorbeikommen, natürlich auch gegen 14 Uhr. Meinen Schwestern mit Kindern haben wir erzählt, sie könnten gegen 14 Uhr zum Grillen vorbeikommen. Im Juli bei 25 Grad ist ja alles möglich.

Gegen 13.30 Uhr haben wir allen Beteiligten eine SMS geschrieben, dass sie nicht zu uns nach Hause fahren sollen, sondern wir uns überlegt hätten, das Treffen im Großen Garten stattfinden zu lassen. Gegen 14 Uhr waren alle Gäste da, mein Vater noch im Bauarbeiterlook und meine Schwestern in Jogginghosen. Mein Mann und ich haben uns, wie es sich gehört, um 30 Minuten verspätet, weil wir noch ein Shooting hatten und Dresden für mich die schönste Stadt ist und ich unbedingt Fotos von Canaletto-Blick, Frauenkirche etc. wollte.

Gegen 14.30 Uhr kamen mein Mann und ich an, festlich angezogen, ich im roten Kleid und er im rauchblauen Anzug mit passender Krawatte. Alle waren geschockt und haben sich gefreut 😊 . Tränen liefen bei den Muttis und Omas. Und mein Vater meinte nur, ich hätte Bescheid sagen können und er hätte sich wenigstens adrett angezogen. Nach 1,5 Stunden im Café mit Eistorte!!!! sind wir 'ne Runde mit der Bimmelbahn gefahren und das Ding war geritzt. Wir hatten nichts durchgeplant, selbst die Torte wurde erst am Freitag mit der Location ausgesucht. Und Montag war's ja schon so weit.

Ende vom Lied: Ich war froh, als ich abends gegen 7 das gefühlt 10kg schwere Kleid und die 3kg Haarteile ablegen konnte. Wir hatten halt nichts wirklich geplant und somit auch keine Angst, dass etwas schiefgeht. Uns war wichtig, die liebsten an Bord zu haben und dass sie sich für uns freuten. Abends gab's dann noch von den Schwiegereltern als Hochzeitsgeschenk eine Pizza und ne Hochzeitsreise. Für uns war es die beste Lösung!

Jennifer v. N. verlor ihr Haar:

Mich hat die Friseurin zwei Tage vor der Hochzeit so verschnitten, dass ich fast keine Haare mehr auf dem Kopf hatte und lauter Löcher bis zur Kopfhaut. Musste dann eine Perücke tragen.

Franka H. hatte einen Torten-Unfall:

Unsere Hochzeit war toll, aber auch anstrengend. Open Air in einem privaten Schlosspark und wir haben alles selbst organisiert. Die Nerven lagen nach viel Vorbereitung dann etwas blank am Hochzeitstag selbst. Highlight war mein Bruder, der die angelieferte (sauteure) Torte sowie einige Tische quer durch den Park zu uns bringen sollte. Die Torte oben auf den vollgepackten Wagen gestellt – sie hat es nicht geschafft. Wir haben später eine Tiefkühltorte von der Tankstelle angeschnitten, und er war noch wochenlang geknickt.

Ute O. hatte doppeltes Fotopech:

Als ich geheiratet habe, hat meine Tante fotografiert wie ein Weltmeister. Bis ihr irgendwann auffiel, dass sie gar keinen Film eingelegt hatte. Das Gelächter war riesig.
Meine Tante heiratete ein paar Jährchen später, wo wir Fotos schossen. Wir wollten ihr ja tolle Bilder bescheren – bis uns auffiel, dass wir den falschen Foto hatten: in selbigem befand sich auch keine Filmrolle. Das Gelächter war wieder groß 😀. Schade um die tollen Bilder, damals gab es noch keine Handykammera 🤔.

Die Erinnerung von René F. L. ist noch frisch:

Standesamt 01.09.2017: Sekt für den Sektempfang zu Hause vergessen und meinen Ausweis natürlich auch. Zum Glück ging es auch ohne 😀. Hochzeitsfeier erst nächstes Jahr – nach der kirchlichen Trauung ...

Larissa W. war Zeugin einer Fehlentscheidung:

Habe mal 'ne Braut erlebt, die fast den ganzen Abend ausschließlich mit einem Freund ihres Bräutigams getanzt hat und ihm gesagt hat, sie hätte ihn geheiratet, wenn sie ihn schon vorher kennengelernt hätte ...

Domenica R. hatte einen verwirrten Caterer:

Wir haben im Juni im mittelalterlichen Stil auf einem Rittergut geheiratet. Mega Aufwand, 150 Gäste, trotz Unwetterwarnung traumhafter Sonnenschein – nur der Caterer hat's voll verpatzt: 

2,5 Stunden verspätet mit 4 Autos angekommen, weil EIN Auto 'nen Platten hatte; kein Anruf, keine Info, nix. Der Sektempfang vor der Trauung stand also ohne Kellner da. Zum Glück ist ein Gast von uns spontan eingesprungen. 

Beim Essen hat der Caterer dann die Löffel für die Suppe nicht dabei gehabt. Unser Retter vom Sektempfang ist also zum nächsten Supermarkt gerauscht und hat 150 Plastiklöffel geholt – passte natürlich super zu unserem Motto ... 

Die Kellner waren so langsam, dass wir am Ehrentisch schon lange mit der Suppe fertig waren, während die letzten Tische noch gar nichts hatten. Dort kam die Suppe dann kalt an. Am Buffett schnauzt mich der Caterer dann (zur Begrüßung) an, warum wir denn eigene Teller (aus Ton) hätten, er habe doch extra welche mitgeschleppt. Komisch, hatten ihm 3 mal gesagt, dass wir das so machen. 

Höhepunkt: Das Abendessen hat der Caterer KOMPLETT vergessen! Für einige Gäste echt hart, wir haben ja schon um 11 Uhr angefangen. Dazu hat uns das gesamte Kellner-Team um 19 Uhr verlassen, obwohl Saal-Bewirtung mit Getränken bis mindestens 22 Uhr abgesprochen war. Zum Glück wurden wir erneut von 2, 3 lieben Gästen gerettet, die Spaß am Thekendienst hatten. 

Aber die Feier war so schön, dass selbst diese groben Patzer kaum jemandem aufgefallen sind 😅.


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