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Tod vermutlich durch Überdosis: Drogen und Depressionen – das kurze Leben des Emo-Rappers Lil Peep

Rapper Lil Peep starb vermutlich an einer Drogen-Überdosis im Alter von nur 21 Jahren. Der Tod des Rappers kam für sein Umfeld nicht ganz überraschend. Sein Lebensstil war – ebenso wie seine Musik – von Drogenkonsum, Depressionen und Suizidgedanken geprägt gewesen.

Rapper Lil Peep

Rapper Lil Peep war bekannt für sein extravagantes Auftreten. Er starb im Alter von 21 Jahren.

"Ich habe diesen Anruf seit einem Jahr erwartet", twitterte Chase Ortega. Der Anruf, von dem der Musikmanager spricht, brachte die traurige Gewissheit: Sein Schützling Lil Peep ist tot. Der Rapper starb am Mittwoch im Alter von nur 21 Jahren. Die Todesursache soll nach Berichten mehrerer Medien, unter anderem des "Guardian", eine Überdosis des Medikaments Xanax gewesen sein.

Wie der Tweet seines Managers zeigt, kam der Tod von Lil Peep nicht ganz überraschend. Aus seinem exzessiven Drogenkonsum machte der Rapper kein Geheimnis, seine Songs sind voll von mehr oder weniger deutlichen Hinweisen darauf. Auch mit seinen starken Depressionen ging er in seiner Musik offen um.

Drogenkonsum und Depressionen: "Wenn ich sterbe, werdet ihr mich lieben"

Lil Peep, 1996 als Gustav Åhr geboren, erhielt seinen Künstlernamen von seiner Mutter: "Sie hat mich mein ganzes Leben lang Peep genannt." Schon lange hatten sich Menschen in seinem Umfeld Sorgen um die Verfassung des vielversprechenden Rappers gemacht. Je bekannter seine Musik wurde, so schien es, desto mehr verstrickte sich Lil Peep in die Drogen. Auf seinem Instagram-Kanal postete er regelmäßig Videos, die ihn beim Drogenkonsum zeigen. Eines der letzten von ihm geposteten Bilder trägt den Titel: "Wenn ich sterbe, werdet ihr mich lieben."

When I die You'll love me

Ein von @lilpeep geteilter Beitrag am

Auch in seinen Songs war das Thema "Selbstmord" stets präsent. "I used to wanna kill myself, came up, still wanna kill myself", heißt es in dem Stück "omfg" aus dem Jahr 2016. "Ich leide unter Depressionen. An manchen Tagen wache ich auf und denke: Fuck, ich wünschte, ich wäre nicht aufgewacht", sagte Lil Peep in einem Interview mit dem Musik-Magazin "Pitchfork" Anfang des Jahres. Behandeln lasse er sich deshalb aber nicht – "jeder bittet mich darum, aber ich rauche nur Gras und nehme alle Drogen, die mir begegnen".

Vorreiter des Emo-Rap

Musikalisch wurde Lil Peep eine große Karriere vorausgesagt: Er verband klassischen Rap, den Emo-Stil der 2000er und den Grunge eines Kurt Cobain zu einer neuen Stilrichtung – Emo-Rap. Damit erreichte er vor allem Teenager.


Die New York Times nannte ihn in ihrem Nachruf "einen der vielversprechendsten Künstler der Generation, die aus SoundCloud entsteht". Auf dem Online-Musikdienst und auf YouTube hatte Lil Peep zunächst seine Songs veröffentlicht, im August diesen Jahres war sein Debütalbum "Come Over When You're Sober, Pt. 1" erschienen.

Trauer in der Musikszene

Doch nicht nur durch seine Musik fiel er auf – auch seine äußere Erscheinung war mehr als extravagant. Gerne provozierte er mit seinen Tattoos am ganzen Körper, im Gesicht prangte der Schriftzug "Crybaby". Liiert war Lil Peep mit der Schauspielerin Bella Thorne.

In der Musikszene hat der Tod des 21-Jährigen große Trauer ausgelöst. "Wir haben letzte Woche noch darüber gesprochen, einen Song zusammen zu machen, und jetzt bist du weg", twitterte Musikproduzent Marshmello.

Rapper Post Malone schrieb: "In der kurzen Zeit, in der ich dich gekannt habe, warst du ein großartiger Freund und ein großartiger Mensch. Deine Musik hat die Welt verändert, sie wird nie mehr die gleiche sein."