HOME

Nachhaltigkeit: Tschüss, Fast Fashion? Darum gibt es dieses Jahr in Stockholm keine Fashion Week

Neben Paris, Mailand und Berlin hat auch Schwedens Hauptstadt Stockholm normalerweise eine Fashion Week. Doch zwei Monate vor dem Event hat das "Swedish Fashion Council" die Veranstaltung nun abgesagt.

Frauen auf der Straße

Sehen und gesehen werden: Die Fashion Week in Stockholm war in den letzten Jahren ein Anlaufpunkt für Modefans

Picture Alliance

Verleihen, Tauschen, Reparieren – es gibt mittlerweile unzählige Möglichkeiten, Mode nachhaltiger zu gestalten. Und die Veränderungen in der Modebranche haben mittlerweile auch die großen Player erreicht: So gab das "Swedish Fashion Council" (SFC), das die Stockholm Fashion Week veranstaltet, in dieser Woche bekannt, dass das Event nach 15 Jahren zum ersten Mal abgesagt wird. Eigentlich hätte das Mode-Spektakel vom 27. bis zum 29. August in Schwedens Metropole stattfinden sollen.

"Die Fashion Week steht wie die gesamte Modebranche vor großen Herausforderungen, um den Anforderungen an Nachhaltigkeit, Innovation, Relevanz und Zeitpunkt gerecht zu werden. Zahlreiche Berichte für die Zukunft zeigen dies, doch die Branche ist in der Schwebe, was die schwedische Modeszene in die falsche Richtung beeinflusst. Deshalb müssen wir handeln, um der Branche in die Zukunft zu helfen”, erklärte Jennie Rosen, Geschäftsführerin des "Swedish Fashion Councils", in einer Pressemitteilung vom Freitag. Man wolle die Vergangenheit ruhen lassen und sich stattdessen auf "nachhaltige Geschäftsmodelle und -formate” konzentrieren.

Neue Geschäftsmodelle

Dazu gehören laut dem SFC zum Beispiel Reparaturen, Remakes, Kleidertausch oder auch Rebuys. Zudem wurde vor kurzem ein "Fashion Innovation Center (F&E)" ins Leben gerufen, um Marken bei der Entwicklung und Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle und ihrer Infrastruktur zu helfen. "Die Branche ist umfangreich und wächst stetig”, fügte SFC-Chefin Jennie Rosen hinzu und verwies auf die mehr als 30-Milliarden-Euro schwere schwedische Modebranche, die in den vergangenen sieben Jahren um mehr als 60 Prozent gewachsen ist.

Die Ankündigung kommt nach Diskussionen über das Ende der Modewoche in seiner jetzigen Form nicht ganz überraschend. Es ist die Frage aufgekommen, ob das gängige Format für die meisten Marken überhaupt noch Sinn macht. Designern wie Burberry, Tom Ford und Tommy Hilfiger, entschieden sich, das traditionelle Modewochenmodell zugunsten einer "see now, buy now"-Strategie aufzugeben, bei der ihre Laufstegkollektionen sofort zum Kauf angeboten werden. Im Herbst will das SFC daher eine umfassende Strategie präsentieren, zusammen mit einem Förderprogramm für junge, schwedische Fashion-Talente. Die "Copenhagen Fashion Week" in Dänemark, die normalerweise ein größeres Publikum anzieht, wird aber wie geplant vom 4. bis 7. August 2019 stattfinden.

lau