HOME

Beunruhigender Trend: Ärgernis Begpacking: Wenn privilegierte Menschen um Reisegeld betteln

Sie setzen sich in Reiseländern auf die Straße und betteln um Geld für ihre Weltreise: Begpacker. Doch der Trend zur Gratis-Reise steht heftig in der Kritik – nicht ohne Grund.

Träumst du auch manchmal davon, einfach alles hinzuschmeißen und reisen zu gehen? Einfach zu kündigen und dich in den nächstbesten Flieger zu setzen? Das wollten wir wahrscheinlich alle schon mal. Ein entscheidender Faktor, der uns aber auch alle davon abgehalten hat: Geld. Wie zur Hölle soll man das permanente Reisen ohne Job finanzieren? Geht nicht. Außer man ist Multimilliardärs-Erbe, aber davon gehen wir jetzt einfach mal nicht aus.

Doch es scheint eine immer größer werdende Community zu geben, die glaubt, die Lösung für dieses Problem gefunden zu haben: Begpackers. Der Begriff setzt sich aus den Wörtern "to beg" und "backpacking" zusammen und bedeutet im Grunde genau das: Diese Menschen setzen sich während ihrer Reisen in fremden Ländern auf die Straße und betteln um Geld für ihren nächsten Trip. Manchmal machen sie Musik, manchmal verkaufen sie Postkarten und Reisebilder, manchmal bieten sie gegen eine freiwillige Spende Umarmungen an und manchmal sitzen sie auch einfach nur mit einem Schild herum.

Begpacker stehen heftig in der Kritik

Während der Versuch, für so wenig Geld wie möglich zu reisen und deshalb beispielsweise Trampen als bevorzugtes Fortbewegungsmittel zu nutzen, keineswegs verwerflich ist, hat der Begpacking-Trend viele Gegner. Der wichtigste Kritikpunkt: Wer kein Geld zum Reisen und keine Lust auf Arbeiten hat, sollte nicht von anderen erwarten, dass sie den Urlaub mit ihrem erarbeiteten Geld finanzieren. Außerdem sei es respektlos gegenüber den Menschen, die das Geld tatsächlich zum Überleben brauchen. Es häufen sich Bilder von Begpackern, die ihr Lager direkt neben älteren Menschen aufbauen, die Müll einsammeln, um ihn vielleicht noch wieder verkaufen und sich damit etwas zu essen kaufen zu können.

Auch sollen einige der Gratis-Reisenden behaupten, ausgeraubt worden zu sein und nun Geld für ein Rückreiseticket zu brauchen. Zwei Fragen, die sich vielen zu stellen scheinen: Wieso sind sie ohne Rückreiseticket eingereist? Und selbst wenn dieses ebenfalls abhanden gekommen ist, wieso gehen sie dann nicht in ihre Botschaft?

#firstworldproblems

Eine Facebook-Userin bringt die Kritik recht gut auf den Punkt: "Als Indonesierin muss ich, um mich um ein Visa für Großbritannien/den Schengen-Raum/die USA zu bewerben, folgendes vorweisen: einen kompletten Reiseplan mit bereits gebuchten Hotels, bezahlte Rückflugtickets, einen Einladungsbrief, Reiseversicherung und ein persönliches Bankkonto mit mindestens 6000 US-Dollar drauf. Ich muss 100 Dollar für das Visum bezahlen und zu einem Pflicht-Interview in der Botschaft gehen. Und all das garantiert mir immer noch nicht, dass ich ein Visum bekomme. Und dann passiert das hier: 'Ein Tourist aus dem Westen sitzt mit Fast-Food-Tüten an einer Straßenecke in Bangkok und bettelt als Teil des Begpacking-Trends um Geld.' #firstworldproblems"

Und nicht nur auf den Straßen werden die Günstig-Reiser kritisiert. Erst vor Kurzem war ein Reiseblogger-Paar heftig in die Kritik geraten, weil sie ihre Fans um Spenden gebeten hatten, um ihren nächsten Trip zu finanzieren. 

jgs
Themen in diesem Artikel