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Google-Challenge: Darum ist der "Florida Man" gerade der meistgesuchte Mann im Internet

Er schmeißt schon mal den Alligator durch das Fenster am Drive-In-Schalter oder bedroht seine Familie mit Coldplay-Lyrics: Der "Florida Man" ist ein Synonym des Wahnsinns. Aber was hat es wirklich auf sich mit einem der lustigsten Internet-Phänomene überhaupt?

In den USA ist er längst eine Legende, jetzt bekommt er auch über die Landesgrenzen hinweg die Aufmerksamkeit, die ihm gebührt – einer aktuellen Google-Challenge sei Dank: Wenn ihr bei Google den Begriff "Florida Man" in Verbindung mit eurem Geburtsdatum eingebt, erwartet euch mit dem ersten Treffer garantiert eine kuriose Schlagzeile aus dem sonnigsten aller Bundesstaaten. Beispiel mit dem Geburtstag des Autors dieser Zeilen, "Florida Man June 25": "Florida Man rides on hood of car going 70 mph".

Und das ist beileibe noch ein harmloses Beispiel, wie die Tweets der letzten Tage seit dem Ausrufen der aktuellen Google-Challenge belegen – da attackiert der "Florida Man" den Nachbarn mit dem Traktor; da beschuldigt er den Hund, seiner Freundin ins Bein geschossen zu haben; da isst er Pancakes an der Kreuzung; da wird er von der Polizei angehalten, weil er als Fred Feuerstein im Steinzeitmobil durch die Gegend fährt:

Florida Man: Dumme Aktionen jeglicher Couleur

Authentische Florida-Man-Schlagzeilen beinhalten oft einen oder mehrere der folgenden Aspekte: ungewöhnliche Begegnungen mit der Polizei, sexuelle Absurditäten, peinliches und/oder unanständiges Verhalten in der Öffentlichkeit, zügellosen Drogenmissbrauch – kurz: dumme Aktionen jeglicher Couleur.

In Amerika ist der "Florida Man" schon seit Jahren ein Phänomen, über das viel gelacht wird: Ursprünglich 2013 vom Twitter-Feed @_FloridaMan als Meme in die Welt gerufen, gilt der "schlechteste Superheld der Welt" inzwischen als Synonym für seltsame und ausgesprochen ungewöhnliche Gesetzesverstöße, die sich in Florida ereignen.

Aber warum ausgerechnet – und so zuverlässig – in Florida? Dafür gibt es mehrere Gründe: Die dritthöchste Einwohnerzahl aller Bundesstaaten bedeutet zunächst einmal, dass dort viele Menschen leben, die potenziell seltsame Dinge tun können; aber wichtiger ist eine gesetzliche Regelung namens "Florida Sunshine Law", auf die der ansonsten wenig progressive Bundesstaat eigentlich nicht ganz zu Unrecht stolz ist.

Internet-Trottel von Weltformat

Demnach gilt in Florida, dass alle Regierungsangelegenheiten öffentliche Angelegenheiten und damit für jedermann – und somit auch alle Journalisten – einsehbar sind. Diese Transparenz hat einerseits zur Folge, dass Mauscheleien und Korruption in Florida naturgemäß schwieriger durchzuführen sind, andererseits sind Berichte über jegliche Verhaftungen leicht zugänglich – weshalb sich auch in fast jeder News über den "Florida Man" der Nebensatz "according to the arrest report" (dt.: "laut Haftbericht") findet.

Und so hat sich der "Florida Man" im Laufe der Jahre zum Musterbeispiel für die vielseitige Fehlbarkeit des Menschen gemausert. Oder, schlichter formuliert, zum Internet-Trottel von Weltformat. In jedem Fall aber zu einem der lustigsten viralen Phänomene überhaupt.

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