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Japan: "Ungebildeter Scheißkerl": Mönch beleidigt Touristen wegen schlechter Bewertungen

Ein Mönch aus Japan hat Besucher im Netz wüst beschimpft, die sich im Online-Reisportal booking.com negativ über seinen Tempel äußerten. Einen Gast nannte er sogar einen "ungebildeten Scheißkerl". Dafür entschuldigte er sich nun.

Japan: Mönch beleidigt Touristen wegen schlechter Bewertungen

In Japan hat ein Mönch Besucher, die sich im Netz über das Essen im Tempel beschwert hatten, wüst beschimpft (Symbolfoto)

Unsplash

Kritikfähigkeit. Eine Eigenschaften, die viele Social-Media-User nicht besitzen. Das Credo: Andere kritisieren – ja. Selbst kritisiert werden – nein. In diese Kategorie gehört auch ein buddhistischer Priester aus Japan. Der amüsierte mit seinen teilweise beleidigenden Reaktionen auf negative Bewertungen im Online-Reisportal "booking.com" die Netz-Gemeinde.

Das zum Tempel Sekishoin Shukubo dazugehörige Gästehaus bietet Touristen die Möglichkeit, in einem alten buddhistischen Tempel in Mount Kōya, einem Weltkulturerbe südlich von Osaka, zu übernachten. Anscheinend hatten sich einige Gäste aber unter anderem vom kulinarischen Angebot mehr erhofft. Enttäuscht hinterließen sie ihre kritischen Kommentare auf dem Portal.

"Auch 'Westler' kriegen keine Sonderbehandlung"

Einer der Gäste bemängelte beispielsweise die "einfachen und vegetarischen" Mahlzeiten und die schlechte Kommunikation. Demnach hätte er sich gewünscht, besser über die Tempeltraditionen aufgeklärt zu werden. Daraufhin wurde er in offiziellen Antwortkommentaren zurechtgestutzt. "Nur weil du ein 'Westler' bist, kriegst du keine Sonderbehandlung", hieß es unter anderem.

Als ein anderer Kunde in seiner Bewertung schrieb, dass die Mahlzeiten seltsam seien und es keine Heizung außerhalb der Schlafzimmer gebe, wurde der Mönch sogar ausfallend: "Ja, es handelt sich um japanische, klösterliche Küche, du ungebildeter Scheißkerl", schrieb er als Antwort.

Japan: Mönch entschuldigt sich – Beschimpfungen wurden entfernt

Hinter den schroffen Antworten steckt der 30-jährige Shingon-Priester Daniel Kimura. Im Gespräch mit der britische Tageszeitung "The Guardian" entschuldigte er sich nun für seine Kommentare und gab an, in Zukunft "milder" antworten zu wollen. Allerdings habe ihn die "herablassende Kritik" einiger Kunden frustriert, so Kimura. "Sie kommen hierher, können kein Wort Japanisch und erwarten, dass ihnen alles auf einem Tablett serviert wird. Da wird man ungeduldig, selbst wenn man Mönch oder Priester ist", gesteht er.

Eine kanadische Journalistin hatte Anfang der vergangenen Woche Screenshots seiner Antworten auf die Kommentare auf Twitter hochgeladen. Die wurden anschließend über 16.000 Mal retweetet und von 36.000 Nutzern gelikt. Mittlerweile wurden seine Kommentare aber von booking.com entfernt.

rpw
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?