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Kanada: "Es war ziemlich einfach": Mann ändert sein Geschlecht für billigere Autoversicherung

800 Euro weniger im Jahr müssen Frauen in Kanada für ihre Autoversicherung zahlen. Das sah ein Mann nicht ein. Deshalb ließ er kurzerhand gesetzlich sein Geschlecht ändern.

Kanada: Mann ändert Geschlecht für billigere Autoversicherung

Ein Mann in Kanada ließ gesetzlich sein Geschlecht ändern, damit er weniger für seine Autoversicherung zahlt

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Wir haben das Jahr 2018. Deutschland wird nunmehr seit 13 Jahren von einer Frau regiert. Dennoch gibt es weiterhin viel zu tun in Sachen Gleichberechtigung. Noch immer verdienen Männer im Schnitt mehr als Frauen. Allein in Deutschland bekamen 2017 Männer 21 Prozent mehr Lohn. Auch bei Beförderungen haben Frauen Nachteile, wie vor kurzem eine Studie im Auftrag der NRW-Regierung herausfand. Selten kommt es hingegen vor, dass Männer benachteiligt werden – so wie in .

Dort stellte ein junger Mann, der anonym bleiben will, fest, dass er für seine Autoversicherung mehr als eine Frau zahlen müsste – und zwar 800 Euro pro Jahr. Nach Angaben der größten Versicherung in Kanada, der Insurance Bureau of Canada (IBC), liegt das daran, dass Männer unter 25 Jahren in der Regel einem höheren Unfallrisiko als gleichaltrige Frauen ausgesetzt sind. Dementsprechend höher sind deshalb die Prämien. Der Kanadier fand das trotzdem unfair. "Ich war ziemlich sauer. Ich wollte mich nicht verarschen lassen", erzählte er dem kanadischen Sender CBC. Deshalb hatte er eine außergewöhnliche Idee, mit der er das System austricksen konnte: Er beschloss, sein Geschlecht auf dem Papier zu ändern.

"Ich habe gewonnen" – Kanada

Doch dazu musste er erst einmal herausfinden, wie er das anstellen konnte. Es dauerte nicht lange, bis er eine "Lücke" im kanadischen Gesetz entdeckte: Er brauchte lediglich eine ärztliche Bestätigung, dass er sich als Frau fühle. Die besorgte er sich prompt. "Es war ziemlich einfach", sagte er. "Ich habe einfach danach gefragt und ihnen gesagt, dass ich mich als Frau identifiziere. Der schrieb mir dann den Brief, den ich wollte."

Das ärztliche Attest schickte er anschließend an die Provinzregierung. Die stellte ihm eine neue Geburtsurkunde aus – und so erhielt er schließlich eine billigere Autoversicherung: "Ich war recht schockiert aber auch erleichtert. Ich denke, dass ich das System ausgetrickst habe, dass ich gewonnen habe."

Bereits vor wenigen Monaten hatte der anonyme Mann in der Online-Community Reddit von seinem Trick erzählt. Schon damals musste er sich rechtfertigen und betonte, dass er die Geschlechtsänderung nur aus finanziellen Gründen vorgenommen habe. "Ich habe es nicht getan, um Transgender- oder LGBT-Rechte zu kritisieren oder zu verspotten."

Ist das auch in Deutschland möglich?

In Deutschland wäre so etwas nicht möglich. 2011 entschied der Europäische Gerichtshof nämlich, dass die unterschiedlichen Preise für und Frauen eine Diskriminierung darstellt. Seitdem dürfen Frauen gegenüber Männern bei Versicherungen nicht bevorzugt werden. So ein Urteil wäre in der Arbeitswelt auch wünschenswert.

rpw