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USA: Mutter soll kündigen, weil ihr Sohn schwer krank ist – das hat ein Nachspiel

Dass das eigene Kind einmal so krank sein könnte, dass es auf Maschinen angewiesen ist, ist bereits eine Horror-Vorstellung für alle Eltern. Aber dass es noch schlimmer werden kann, musste eine Mutter aus Michigan feststellen, als sie ihre Vorgesetzte über ihre Situation informierte.

Zwei Hände im Krankenhaus

Weil ihr Sohn auf lebenserhaltende Maßnahmen angewiesen ist, sagte eine Mutter ihre Schicht bei der Arbeit ab. Die Reaktion hatte sie nicht erwartet.

Getty Images

Für Eltern gibt es kaum etwas Schlimmeres, als wenn das eigene Kind krank ist: die permanente Sorge, das Bedürfnis, sie vor allem Übel zu beschützen. Das geht auch Crystal Fisher aus Albion im US-Bundesstaat Michigan nicht anders. 

Vor rund einer Woche brachte sie ihren 18-jährigen Sohn mit Fieber und Atemnot ins Krankenhaus, wo er von Ärzten in ein künstliches Koma versetzt wurde. Seitdem liegt er im Krankenhaus und benötigt lebenserhaltende Maßnahmen. Crystal verbringt so viel Zeit wie möglich an seinem Krankenbett. In einem Interview mit dem TV-Sender "Fox17" sagte sie: "Wenn er aufwacht, will ich, dass er mein Gesicht sieht." Verständlich!

Völliges Unverständnis für die besorgte Mutter

Doch eine, die das offenbar überhaupt nicht verstehen konnte, war Crystals Chefin, die den Tankstellenshop, in dem Crystal arbeitet, managt. Auf eine SMS, in der die besorgte Mutter ihre Vorgesetzte über ihre Situation informierte, reagierte diese mit unfassbarem Unverständnis. In dem Chatverlauf, den Crystal auf Facebook teilte, ist zu lesen, wie wenig Empathie die Frau namens Dawn für ihre Mitarbeiterin zeigte.

So my son is on life support and I tell my boss 48 hours before I am to work again that I will not be able to work until my son is off life support and this is what she tells me!

Gepostet von Crystal Reynolds Fisher am Samstag, 30. Juni 2018

Crystal schrieb: "Hi Dawn, hier ist Crystal. Ich wollte dich nur wissen lassen, dass mein Sohn noch immer lebenserhaltende Maßnahmen benötigt und solange er nicht über den Berg ist, werde ich es nicht zur Arbeit schaffen. Ich kann dich über seine Fortschritte auf dem Laufenden halten, sodass ich dann einfach wieder in den Dienstplan einsteigen kann." Eigentlich ist damit doch alles klar. Besonders da Crystal diese Nachricht ganze 24 Stunden vor ihrer nächsten Schicht sendete. Doch Pustekuchen! Dawns knappe Antwort: "So machen wir das hier nicht, also gehe ich davon aus, dass du kündigst." Ähm, nein?! Ihr Kind ist krank.

So schnell wollte sich die Mutter nicht abweisen lassen, versuchte noch einmal an das Gewissen ihrer Vorgesetzten zu appellieren. Immerhin ginge es für ihren Sohn um Leben und Tod. Doch die Managerin ließ sich nicht erweichen, schob nach: "Ich werde das jetzt nicht hier mit dir ausdiskutieren, aber ich bin schon sehr nett gewesen und habe Schichten getauscht. Es gibt keinen Grund, weshalb du nicht arbeiten kannst und ich werde dieses Drama nicht tolerieren. Ende der Unterhaltung. Wenn du morgen nicht hier bist und deine Schicht arbeitest, dann werde ich davon ausgehen, dass du gekündigt hast."

Der Arbeitgeber reagiert direkt

Doch nachdem Crystal die Screenshots der Unterhaltung auf Facebook teilte, verbreiteten sie sich wie ein Lauffeuer. Inzwischen wurde der Beitrag über 80.000 Mal geteilt. Auch ihr Arbeitgeber wurde darauf aufmerksam. Am Dienstag teilte die Tankstellenshop-Kette auf Facebook mit: "Uns ist zugetragen worden, dass einer Mitarbeiterin gesagt wurde, sie könne sich nicht freinehmen, um sich um ihr Kind im Krankenhaus zu kümmern. Das ist nicht akzeptabel. Wir werden diesen Vorfall untersuchen und sicherstellen, dass sich die Situation so schnell wie möglich aufklärt."

Wenige Stunden später dann: "Unsere Untersuchung hat herausgefunden, dass mit dieser Situation absolut unangebracht umgegangen wurde wurde. Als direktes Resultat ist die Managerin nicht mehr länger bei uns angestellt. Wir haben unserer Mitarbeiterin außerdem noch einmal versichert, dass sie sich in dieser schwierigen Situation so viel Zeit nehmen kann, wie sie braucht." 

Geht doch.

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jgs
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