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Betrug und Menschenhandel: "Girls Do Porn": Darstellerinnen verklagen Porno-Firma – nun löscht Pornhub den Kanal

Nachdem 22 Darstellerinnen eine amerikanische Porno-Firma verklagt haben, hat Pornhub alle Videos der Firma gelöscht. Die Frauen sollen unter falschen Angaben dazu gedrängt worden sein, in den Filmen mitzuwirken.

Anonyme Frau auf einem Bett

Zahlreiche Darstellerinnen haben eine Porno-Firma verklagt

Getty Images

Sie dachten, sie seien für Modeljobs gebucht worden – und wurden unfreiwillig zu Porno-Darstellerinnen, deren Filme weltweit im Internet verbreitet wurden. Nun haben zahlreiche Frauen wegen Betrugs und Zufügung seelischen Leids Klage gegen die Porno-Firma "Girls Do Porn" eingereicht.

Inzwischen hat sich auch die US-amerikanische Bundespolizei in den Fall eingemischt, der Vorwurf: Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung. Im Visier der Ermittler stehen Firmenbesitzer Michael Pratt, Chef-Videofilmer Matthew Wolfe und Hauptdarsteller Ruben Garcia. Sie alle sollen sich des Betrugs, der Nötigung und der gewaltsamen sexuellen Ausbeutung schuldig gemacht haben.

Sollten sie verurteilt werden, so drohen den Männer laut dem Magazin "Vice" lebenslange Haftstrafen und Geldstrafen von bis zu 250.000 Dollar.

Die 22 Frauen, die Klage gegen die Porno-Firma eingereicht haben, sagen, sie wären unter falschen Angaben zu Drehorten gelockt und dort dazu gedrängt worden, pornografische Inhalte zu drehen. Außerdem habe man darüber gelogen, wie weit das Material verbreitet werden würde. Laut dem Sender "NBC San Diego" soll die Firma mit den Videos rund 17 Milliarden Dollar eingenommen haben.

Pornhub entfernt Videos von Girls Do Porn

Während die Zivilklage der Frauen bereits vor geraumer Zeit eingereicht wurde, schaltete sich die Bundespolizei erst vor Kurzem ein – und erreichte damit scheinbar zumindest einen kleinen Erfolg: Pornhub, einer der international größten Anbieter von Internet-Pornografie und eine der meistbesuchten Websites der Welt, hat den Kanal von Girls Do Porn nun von seiner Seite verbannt, sodass die Videos zumindest hier nicht mehr weiter verbreitet werden können. Bislang hatten die Macher der Seite nur die Videos der Klägerinnen entfernt, doch es soll noch etwa 100 weitere betroffene Frauen geben.

Wie es im Fall Girls Do Porn weitergeht, ist noch nicht klar. Laut dem US-Justizministerium durchsuchte das FBI die Büroräume der Firma in San Diego, wo sich auch Wolfe, Garcia und eine ebenfalls unter Verdacht stehende Assistentin aufhalten sollen. Besitzer Pratt soll sich derweil bereits vergangenen Monat abgesetzt und das Land verlassen haben. Laut Justizministerium gilt er als flüchtig.

jgs