Gerade angesichts des umfassenden Gesangsrepertoires von Nachtigallen sei dies eine "stimmliche Meisterleistung", erklärte das Leipziger Institut. Männliche Exemplare nutzten diese Fähigkeiten bei ihrer Konkurrenz um Territorien und Weibchen. Nach Angaben der Experten signalisieren sie damit: "Was auch immer du singst, ich sing es besser!"
Die Wissenschaftler des Instituts arbeiteten bei der nun im Fachblatt "Current Biology" veröffentlichten Untersuchung mit Forschenden am Institute of Science and Technology Austria aus dem österreichischen Klosterneuburg zusammen. Sie vertieften und vervollständigten frühere Kenntnisse zur Nachahmung von Tonhöhen durch männliche Nachtigallen.
Wie nun feststeht, können die Tiere bei Pfeifduellen zudem Tonlängen flexibel variieren - und bei Antworten auf komplexe Gesänge je nach Kombination teilweise entweder primär die Tonhöhe oder die Länge der Silben anpassen. Sie waren demnach in Echtzeit zu "Kompromissen" fähig.
Laut Leipziger Forschern ist die spontane und flexible Koordination der eigenen Lautäußerungen eine hochkomplexe Hirnleistung. Demnach tun etwa Menschen dies. Sie passen oftmals unbewusst Sprechgeschwindigkeit und Satzlänge an ihr Gegenüber an.
Auch Delfine und Papageien hätten diese Fähigkeit und nutzten sie zu unterschiedlichen Zwecken, erklärten die Experten. Delfine ahmten Laute nach, um über längere Distanz in Kontakt zu bleiben. Papageien fänden sich damit in sozialen Hierarchien zurecht.