Die Bärenpopulation habe sich in den vergangenen Jahren zwar nach und nach vergrößert, aber zugleich habe es "vermehrt Inzucht und eine geringe genetische Vielfalt gegeben", erklärte die Behörde.
Zwischen 2006 und 2024 habe die jährliche Wachstumsrate bei knapp zwölf Prozent gelegen. Im vergangenen Jahr seien mindestens sechs Würfe mit insgesamt acht Jungtieren nachgewiesen worden.
Eine weitere Aussetzung von Bären, wie sie von Tierschützern gefordert wird, sei derzeit nicht vorgesehen, erklärte das Umweltministerium.
Nach Angaben des Vereins Pays de l'Ours-Adet (etwa: Land der Bären) ist die Bärenpopulation in den Pyrenäen genetisch nicht stabil, da sie auf wenige, aus Slowenien stammende Bären zurückgehe. Schon jetzt sei erkennbar, dass die Zahl der Jungtiere pro Wurf und die Fruchtbarkeit abnähmen.
"Wenn wir zu lange warten, gerät die Inzucht außer Kontrolle", sagte Alain Reynes von Pays de l'Ours-Adet. "Je länger wir warten, desto mehr Bären müssen ausgewildert werden, um das zu korrigieren", fügte er hinzu.
Trotz der gestiegenen Zahl der Bären blieb die Zahl der getöteten Nutztiere in den vergangenen Jahren weitgehend stabil und ging zuletzt sogar leicht zurück. Im vergangenen Jahr registrierte die Behörde für Artenvielfalt 289 Angriffe von Bären auf Vieh und zwei Angriffe auf Bienenstöcke. Im Vorjahr waren es 310 Angriffe auf Nutztiere und 14 auf Bienenstöcke gewesen.
Bären waren in den französischen Pyrenäen zu Beginn der 1990er Jahre so gut wie ausgestorben. Die derzeitige Bärenpopulation geht auf wieder angesiedelte Bären aus Slowenien zurück. Ihre Zahl wird in Zusammenarbeit mit Experten aus Spanien und Andorra mit Hilfe verschiedener Methoden festgestellt, etwa der DNA-Analyse von Fellresten oder Kot.