Bereits in der Vergangenheit liefen laut Polizei Verfahren wegen gefälschter Sprachzertifikate. Bei der neuen Masche legten die Prüflinge gefälschte Dokumente vor, die ihr Foto mit den Daten der auf das Sprachzertifikat oder den Einbürgerungstest angewiesenen Menschen zeigte. Den Prüfern sei es so nicht möglich gewesen, den Schwindel zu erkennen. Sie stellten danach echte Zertifikate aus, die für die Ausstellung einer Aufenthaltserlaubnis oder für die Einbürgerung vorgelegt wurden.
Der Vermittler ist laut Polizei ein 39 Jahre alter Mann aus dem Irak, er wurde festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Ebenfalls festgenommen wurde im Januar ein 22 Jahre alter Deutscher. Dieser wurde festgenommen, als er gerade eine solche Stellvertreterprüfung ablegen wollte. Im Dezember wurden zudem zehn Menschen als Stellvertreter in einer Sprachschule in Nordrhein-Westfalen festgestellt, als sie gerade für andere Prüfungen ablegten.
Die Ermittlungen betreffen das gesamte Bundesgebiet. Es sei nach der ersten Auswertung der Beweismittel davon auszugehen, dass es eine hohe zweistellige Zahl weiterer Ermittlungsverfahren geben werde, erklärten die bayerischen Ermittler.