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Erste deutsche Olympia-Medaille lässt auf sich warten

Die Olympischen Spiele sind aus deutscher Sicht bislang enttäuschend verlaufen: Nach dem Debakel für die Schwimmer zum Auftakt erfüllte sich auch am Sonntag keine Medaillenhoffnung.

Die Olympischen Spiele sind aus deutscher Sicht bislang enttäuschend verlaufen: Nach dem Debakel für die Schwimmer zum Auftakt erfüllte sich auch am Sonntag keine Medaillenhoffnung. Die dreimalige Skeet-Weltmeisterin Christine Wenzel verpasste Edelmetall bei den Schützen ebenso wie die Säbelfechter und die Rad-Rennfahrerinnen. Die Kunstturnerinnen müssen um einen Platz im Mannschafts-Finale bangen. Für eine Überraschung sorgte Julia Görges im Tennis.

Die Schwimmer bemühten sich um Wiedergutmachung. Doppel-Europameister Paul Biedermann erreichte mühsam das Halbfinale über 200 m Freistil. Zudem zog die 4x100-m-Freistilstaffel der Männer mit deutschem Rekord ins Finale ein. Der 25-jährige Biedermann war am Samstag bei seinem ersten Start mit indiskutabler Zeit über 400 m im Vorlauf ausgeschieden. Trainer Frank Embacher hatte daraufhin die Schuld auf sich genommen. Er habe Biedermann zu einem schnelleren ersten Rennteil angehalten, woraufhin sein Schützling auf der Schlussbahn nicht mehr hatte zulegen können.

Für den Höhepunkt aus deutscher Sicht sorgte das Staffelquartett Benjamin Starke, Markus Deibler, Christoph Fildebrandt und Marco di Carli, das auf Rang fünf in 3:13,51 so schnell schwamm wie niemals zuvor.

Die Niederländerin Marianne Vos gewann Gold im olympischen Straßenrennen. Die Olympiasiegerin von Peking im Punktefahren setzte sich bei strömendem Regen nach 140 km im Spurt einer dreiköpfigen Ausreißergruppe vor der Britin Elizabeth Armitstead und Olga Sabelinskaja aus Russland durch. Ina-Yoko Teutenberg (Düsseldorf) gewann den Spurt der Verfolger und wurde als Beste eines deutschen Trios Vierte.

Die 31 Jahre alte Schützin Wenzel aus Ibbenbüren, die vor vier Jahren in Peking Bronze gewonnen hatte, kam im Skeet-Wettbewerb auf 89 Punkte und verfehlte damit ein mögliches Stechen um Bronze nur um einen Treffer. Gold sicherte sich mit 99 Punkten die souveräne Amerikanerin Kimberly Rhode. Silber ging an die Chinesin Wei Ning, Bronze an die Slowakin Danka Bartekova.

Die deutschen Säbelfechter Nicolas Limbach und Max Hartung verpassten das olympische Halbfinale und bleiben damit in London ohne Einzelmedaille. Der Weltranglistenerste Limbach verlor sein Viertelfinale 12:15 gegen den Russen Nikolaj Kowalew. Sein Dormagener Vereinskollege Max Hartung unterlag in der gleichen Runde dem Ungarn Aron Szilagyi 13:15.

In der Vorrunde kam das Kunstturn-Quintett von Cheftrainerin Ulla Koch nicht über den siebten Platz hinaus und muss nun darauf hoffen, dass im letzten Durchgang nur Ex-Weltmeister Rumänien und nicht auch noch Japan vorbeizieht. Immerhin qualifizierte sich Vize-Weltmeisterin Oksana Chusovitina aus Herkenrath in ihrer Spezialdisziplin Sprung für den Endkampf. Dies gelang auch Janine Berger aus Ulm. Ihre Finalchance am Stufenbarren wahrte vor dem letzten Durchgang Mehrkampf-Vizeeuropameisterin Elisabeth Seitz aus Mannheim.

Julia Görges gelang beim olympischen Tennisturner eine große Überraschung: Die Fed-Cup-Spielerin aus Bad Oldesloe bezwang in der ersten Runde die Weltranglistenzweite und Wimbledonfinalistin Agnieszka Radwanska aus Polen 7:5, 6:7 (5:7), 6:4 und trifft nun auf Varvara Lepchenko (USA) oder Veronica Cepede Royg (Paraguay).

Die Medaillenkandidatinnen Sara Goller und Laura Ludwig starteten erfolgreich in das olympische Beachvolleyballturnier. In ihrem Auftaktmatch bezwangen die früheren Europameisterinnen aus Berlin Becchara Palmer/Louise Bawden aus Australien mit 2:1 (21:18, 19:21, 15:8) und sorgten damit bei schwierigen Bedingungen im Dauerregen von London für den dritten deutschen Sieg im vierten Spiel.

Die deutschen Volleyballer verpassten dagegen den ersten Olympia-Auftaktsieg seit 40 Jahren und stehen in der schweren Gruppe B damit sofort unter Druck. Die Mannschaft von Bundestrainer Vital Heynen unterlag den favorisierten Russen im Earls Court in London nach einer nur im ersten Satz umkämpften Begegnung und 98 Minuten Spielzeit mit 0:3 (29:31, 18:25, 17:25).

AFP / AFP

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