US-Skistar
Lindsey Vonn spricht von Beinahe-Amputation nach Sturz

Lindsey Vonn
Lindsey Vonn will sich auf die Rehabilitation konzentrieren und vom Rollstuhl zu Krücken wechseln (Archivfoto)
© Michael Kappeler / DPA
Bluttransfusion und fast eine Amputation: Nach Lindsey Vonns Sturz bei den Olympischen Spielen und vielen Operationen spricht der Skistar erstmals über die Torturen der letzten Tage.

Den Tränen nahe hat sich US-Skistar Lindsey Vonn rund zwei Wochen nach ihrem folgenschweren Sturz bei den Olympischen Winterspielen in einem emotionalen Instagram-Video zu Wort gemeldet und ausführlich über die Torturen der vergangenen Tage gesprochen.

„Es war ein langer Weg, die extremste und schmerzvollste Verletzung, die ich in meinem gesamten Leben hatte. Sie haben beide Seiten des Beins aufgeschnitten wie ein Filet, um es atmen zu lassen. Der Arzt hat mein Bein vor einer Amputation gerettet. Er hat mich gerettet“, sagte die 41-Jährige.

Bei ihrem Sturz in der Abfahrt von Cortina d’Ampezzo hatte sich die Speed-Spezialistin eine komplexe Schienbeinverletzung zugezogen. Nach ihrem Klinikaufenthalt in Italien war Vonn mit dem Krankenwagen zum Flughafen gebracht und in die USA geflogen worden.

An dieser Stelle hat unsere Redaktion Inhalte von Instagram integriert.
Aufgrund Ihrer Datenschutz-Einstellungen wurden diese Inhalte nicht geladen, um Ihre Privatsphäre zu schützen.

„Nachdem ich fast zwei Wochen lang fast völlig bewegungsunfähig in einem Krankenhausbett gelegen habe, geht es mir endlich gut genug, um in ein Hotel zu ziehen“, schrieb Vonn zu ihrem Video.

Lindsey Vonn: „Ich hatte eine Bluttransfusion“

Erstmals sprach die US-Amerikanerin ausführlich über die Verletzungen, die sie bei dem Unfall erlitten hatte. „Ich hatte eine komplexe Tibiafraktur, auch den Schienbeinkopf. Alles war zertrümmert“, schilderte Vonn. Zudem habe sie ein Kompartmentsyndrom erlitten. „Das heißt, ich hatte so viel Trauma in diesem Bereich des Körpers – da ist zu viel Blut in diesem Bereich und es bleibt stecken und zerquetscht mehr oder weniger alles dort. Muskeln, Nerven, alles stirbt ab.“

Allein eine Operation habe sechs Stunden gedauert. „Ich war länger im Krankenhaus, als ich gehofft hätte, weil ich sehr niedrige Hämoglobinwerte hatte von all den Operationen und all dem Blutverlust. Ich hatte richtig Probleme, der Schmerz war außer Kontrolle. Ich hatte eine Bluttransfusion, das hat mir geholfen. Ich habe die Kurve gekratzt“, berichtete Vonn weiter.

Ausgerechnet eine alte Verletzung könnte entscheidend gewesen sein. „Ich sage immer, dass alles im Leben einen Sinn hat. Hätte ich nicht kurz vor Olympia mein Kreuzband gerissen, wäre Tom (ihr Arzt) nicht vor Ort gewesen. Und dann hätte er mir nicht das Leben retten können, da bin ich sehr dankbar dafür“, sagt Vonn.

Ziel: In ein paar Wochen Krücken statt Rollstuhl

Sie will sich nun vollständig auf ihre Rehabilitation konzentrieren. In einigen Wochen möchte Vonn vom Rollstuhl auf Krücken wechseln. „Es wird etwa ein Jahr dauern, bis alle Knochen verheilt sind“, erklärte die Olympiasiegerin von 2010. Anschließend will sie entscheiden, ob die eingesetzten Metallteile wieder vollständig entfernt werden sollen. Erst danach ist in einer weiteren Operation die endgültige Versorgung ihres Kreuzbandes geplant.

Den Kreuzbandriss hatte sich Vonn im Weltcup-Rennen unmittelbar vor den Olympischen Winterspielen zugezogen. Dennoch ging die zweimalige Weltmeisterin in Italien an den Start. Ihr Comeback hatte sie Ende 2024 begonnen – mit dem Ziel, bei den Winterspielen in Italien Abfahrts-Gold zu gewinnen.

DPA
rw

PRODUKTE & TIPPS

Kaufkosmos

Mehr zum Thema