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FARC-Rebellen kündigen einseitige Waffenruhe auf


Die kolumbianischen FARC-Rebellen haben ihren einseitig erklärten Waffenstillstand aufgekündigt.

Die kolumbianischen FARC-Rebellen haben ihren einseitig erklärten Waffenstillstand aufgekündigt. "Mit schwerem Herzen" kehre die Guerilla "in den Kriegszustand" zurück, erklärte der FARC-Verhandlungsführer Iván Márquez vor weiteren Verhandlungen mit Kolumbiens Regierung in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Die Rebellen wollen einen beiderseitigen Waffenstillstand erreichen, die Regierung lehnte dies bislang ab.

Márquez rief die Regierung in Bogotá auf, "die Möglichkeit einer beiderseitigen Waffenruhe und einen Stopp der Feindseligkeiten zu prüfen", um den Fortgang der Friedensverhandlungen nicht zu belasten. Die kolumbianische Regierungsdelegation äußerte sich bei ihrem Eintreffen im Kongresszentrum in Havanna, wo die Gespräche stattfinden, nicht. Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos und seine Regierung hatten den Waffenstillstand der FARC von Anfang an als Verhandlungstaktik dargestellt und wollen selbst den militärischen Druck auf die Rebellen während der Verhandlungen aufrechterhalten.

Die FARC-Guerilla hatte zum Auftakt von Gesprächen mit der kolumbianischen Regierung in Havanna am 19. November eine einseitige Waffenruhe bis zum 20. Januar verkündet. Offiziell hat die Waffenruhe um Mitternacht Ortszeit (Montag 06.00 Uhr MEZ) geendet. Am Samstag hatte Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos erklärt, dass die Waffenruhe "zum großen Teil" eingehalten worden sei. Er warnte die Guerilla gleichzeitig, den Kampf wiederaufzunehmen.

Armee und Polizei seien auf eine Wiederaufnahme des Kampfes vorbereitet, sagte Santos am Samstag während einer öffentlichen Veranstaltung in Padilla im Südwesten des Landes. Er brandmarkte in seiner Rede "Terrorakte" als "Feigheit", weil sie sich in erster Linie gegen die "Zivilgesellschaft" richteten. Am Freitag hatte die Polizei mitgeteilt, die Guerilla beabsichtige nach dem Auslaufen des Waffenstillstands, Polizei- und Militäreinrichtungen in der Hauptstadt Bogotá anzugreifen.

Nach Angaben des kolumbianischen Militärs gab es während der zwei Monate mindestens 52 Verstöße der Rebellen gegen ihre eigene Waffenruhe. Die FARC erklärte am Sonntag auf ihrer Webseite, es habe sich um keine Verstöße gehandelt, sondern lediglich um "Verteidigungs"-Akte auf Angriffe der Armee hin.

Die FARC-Guerilla verfügt nach Regierungsangaben über 9200 Kämpfer. Gegründet wurden die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) 1964 im Kampf gegen Großgrundbesitzer. In dem Konflikt wurden Schätzungen zufolge bislang 600.000 Menschen getötet. Nach UN-Angaben wurden zudem vier Millionen Menschen vertrieben. Drei vorherige Versuche, Frieden zu schließen, scheiterten.

AFP AFP

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