Bei der Betreuung von Angehörigen war der Anteil bei den Frauen mit 28,8 Prozent mehr als viermal so hoch wie bei den Männern mit 6,8 Prozent. Wer wegen Betreuungspflichten die Arbeitszeit reduzierte, tat dies zudem mehrheitlich auf eigenen Wunsch - 65,3 Prozent gaben an, das selbst übernehmen zu wollen. Verfügbarkeit oder Kosten von Betreuungsangeboten spielten bei der Entscheidung laut Statistikamt eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.
Weitere Gründe für Teilzeit waren laut Statistischem Bundesamt eine Aus- oder Weiterbildung oder ein Studium (11,6 Prozent) und eine eigene Krankheit oder Behinderung (4,9 Prozent). Nur 4,8 Prozent der Teilzeitbeschäftigten würden demnach gern in Vollzeit arbeiten, fanden jedoch keine passende Stelle. Die restlichen 27,4 Prozent hatten andere familiäre, persönliche oder sonstige Gründe für ihre Teilzeitbeschäftigung.
Am Donnerstag hatte das Jobportal Indeed mitgeteilt, dass der hohe Anteil an Beschäftigten in Teilzeit zu einem großen Teil von den Unternehmen selbst aus. Das Angebot an Teilzeitstellen nehme seit Jahren stetig zu, während das Interesse seitens der Jobsuchenden konstant bleibe, erklärte Indeed.
Der CDU-Wirtschaftsflügel hatte in der vergangenen Woche mit dem Vorschlag, das Recht auf Teilzeitarbeit einzuschränken, für Furore gesorgt. Ziel ist es demnach, mehr Menschen in Vollzeitarbeit zu bringen. Besonders die Formulierung "Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit" zog jedoch Kritik auch innerhalb der CDU nach sich.
Nach neuen Angaben des Statistischen Bundesamts arbeiteten im Jahr 2024 rund 30,6 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland in Teilzeit - mehr als je zuvor. Mit 49,5 Prozent war fast jede zweite Frau teilzeitbeschäftigt, bei den Männern waren es 13,9 Prozent.