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Forderung auf der Justizministerkonferenz: Sex mit Schülern soll härter bestraft werden

Sexuelle Übergriffe von Lehrern auf Schüler sollen in Zukunft stärker strafrechtlich sanktioniert werden. Den entsprechenden Paragrafen im Strafgesetzbuch wollen die Justizminister verschärfen.

Auf Initiative von Rheinland-Pfalz wollen die Justizminister der Länder den gesetzlichen Schutz von Schülerinnen und Schülern vor sexuellen Übergriffen durch Lehrer verschärfen. "Dieses Verhalten ist unanständig und soll deshalb künftig stärker strafrechtlich sanktioniert werden", sagte Hessens Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) der Tageszeitung "Die Welt" vom Donnerstag. "Wenn ein Lehrer eine sexuelle Beziehung mit einer minderjährigen Schülerin eingeht, dann soll es für die Anwendung der entsprechenden Strafnorm nicht von der Frage abhängen, ob er der direkte Klassenlehrer ist, oder ob er nur vertretungsweise tätig ist."

Die Justizminister sprachen sich den Angaben zufolge mehrheitlich dafür aus, den Paragrafen 174 des Strafgesetzbuchs zu verschärfen, der den sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen unter Strafe stellt. "Wir sind überwiegend zu dem Entschluss gekommen, dass es ein Bedürfnis für eine Klarstellung des Begriffes des Schutzbefohlenen gibt", sagte Hahn, der derzeit den Vorsitz der Justizministerkonferenz inne hat. "Künftig soll diese Regelung nicht nur auf den konkreten Klassenlehrer, sondern auch auf alle Lehrer im Bereich einer Schule angewendet werden."

Hintergrund ist der Fall eines Lehrers, der Ende 2011 vom Oberlandesgericht Koblenz freigesprochen worden war, obwohl er monatelang sexuelle Kontakte zu einer Schülerin gehabt hatte. Zur Begründung erklärten die Richter, es habe kein Obhutsverhältnis zwischen dem Mann und dem Mädchen bestanden. Während des Verhältnisses habe der Lehrer die Schülerin lediglich dreimal vertretungsweise unterrichtet.

AFP/DPA / DPA
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