Frankreich will Orcas aus Marinepark in spanischem Freizeitpark unterbringen

Die Orcas Wikie und Keijo im November in Antibes
Die Orcas Wikie und Keijo im November in Antibes
© AFP
Nach der Schließung des Freizeitparks Marineland Antibes in Südfrankreich sollen zwei Orcas möglicherweise in einen spanischen Freizeitpark übersiedelt werden. Die beiden Tiere könnten in den Loro Parque auf Teneriffa gebracht werden - eine endgültige Entscheidung werde bis Ende März getroffen, teilte die französische Regierung am Montag mit. Nach mehr als fünfzig Jahren Betrieb hatte das Marineland Antibes am 5. Januar 2025 seine Pforten endgültig geschlossen. 

Laut einem Gesetz gegen Tierquälerei aus dem Jahr 2021 werden Wal-Shows in Frankreich langfristig verboten. Die Besucherzahlen in dem Freizeitpark gingen infolge der Entscheidung stark zurück.

Seit der Schließung wurden die Tiere aus Antibes in andere Parks verlegt - bis auf die beiden Orcas und ein Dutzend Delfine. Die Delfine könnten laut der französischen Regierung im Frühling 2027 in einen Zoo in Beauval im Westen Frankreichs gebracht werden. Bis dahin können sie wahrscheinlich in Antibes bleiben.

Umweltschützer fordern, dass die Orcas an einen Ort verlegt werden, wo sie in Halbfreiheit leben können. Im Loro Parque auf Teneriffa wäre dies nicht gegeben. 

In einem am Montag durchgesickerten Bericht wurde indes gewarnt, dass die Becken, in denen die Orca-Dame Wikie und ihr Sohn Keijo im Marineland leben, extrem baufällig sind. Ein Einsturz wäre für die Orcas tödlich. 

Zuvor hatte Paris abgelehnt, die Orcas in einen Park in Japan zu bringen. Nachdem die Regierung die Becken im Loro Parque zunächst für zu klein befunden hatte, scheint sie sich nun mit dieser Option anzufreunden. 

Angesichts der Dringlichkeit "könnte man sich vorstellen, die Lösung des Loro Parque umzusetzen. Das entspricht nicht unbedingt dem Wunsch des Ministers, aber man muss verantwortungsbewusst handeln", sagte der zuständige Regierungsvertreter Alexis Soiron am Montag vor Journalisten.

AFP