"Aber die wahre Herausforderung beginnt erst jetzt", fügte Mittal hinzu. Rund 50 Mitarbeiter überwachten daher rund um die Uhr die Bewegungen der Mutter und ihres Kükens.
Die etwa einen Meter großen Kappentrappen, die auch als Indische Riesentrappen bekannt sind, leben in Graslandschaften und Wüstengebieten. In den vergangenen 25 Jahren ist ihr Bestand unter anderem wegen der Verkleinerung ihrer Lebensräume und der Angriffe verwilderter Hunde massiv zurückgegangen. Schätzungen zufolge leben nur noch etwa 150 Kappentrappen in freier Wildbahn.
Da die großen Vögel auch oft durch Kollisionen mit Stromleitungen umkommen, sah sich Indiens Oberster Gerichtshof veranlasst, zu ihrem Schutz die unterirdische Verlegung bestimmter Stromleitungen anzuordnen. Mit dem Argument, dass dies den Ausbau der klimafreundlichen erneuerbaren Energien in Indien behindere, beantragte die Regierung jedoch erfolgreich, diese Entscheidung außer Kraft zu setzen.
Das Ei, aus dem unlängst das Kappentrappenküken schlüpfte, wurde nicht von dem als Mutter ausgewählten Weibchen gelegt. Vielmehr stammte es aus dem staatlichen Aufzuchtprogramm und wurde auf einer 19-stündigen Fahrt mit einem Reise-Inkubator zu dem fast 800 Kilometer entfernt lebenden Weibchen gebracht.
Die Bewohner in der Umgebung wurden aufgerufen, ihr Vieh von dem Kappentrappen-Nachwuchs fernzuhalten, wie der Naturschutzbeauftragte Mittal sagte. Außerdem werde sehr darauf geachtet, Raubtiere von Mutter und Küken fernzuhalten.