Im Laufe des Tages waren Brände auf Truppenübungsplätzen in Weert im Südosten des Landes und Oirschot im Süden ausgebrochen. Weitere, kleinere Brände brachen zudem in der Nähe der Gemeinden Noordwijk im Westen und Kessel im Südosten aus. Am Tag zuvor war auf einem Truppenübungsplatz nahe dem Dorf 't Harde in Gelderland im Osten des Landes ein Feuer ausgebrochen. Der Brand war am Donnerstagabend noch nicht vollständig unter Kontrolle, jedoch stark abgeschwächt.
Der nationale Koordinator für Waldbrandkontrolle beim niederländischen Institut für Öffentliche Sicherheit, Edwin Kok, warnte, die Mittel seien erschöpft. "Wir haben mehrere größere Brände und nur ein einziges Hubschrauberteam zur Verfügung", sagte er dem Sender NOS. "Mit fünf Bränden gleichzeitig ist das eine beispiellose Situation, selbst für uns."
Angesichts der großen Herausforderung stellten die niederländischen Behörden nach Angaben der Feuerwehr Bonn am Donnerstagabend über die EU ein Hilfeersuchen. Die Feuerwehren aus Bonn, Düsseldorf, Leverkusen, Königswinter und Ratingen kündigten daraufhin an, ab Freitagmorgen die Einsatzkräfte in den Niederlanden zu unterstützen. Insgesamt werden 67 Einsatzkräfte, 21 Fahrzeuge und drei Anhänger entsandt, wie die Feuerwehr Bonn mitteilte. Der genaue Einsatzort und Auftrag werde derzeit mit den niederländischen Behörden abgestimmt.
Über die Brandursachen herrschte derweil nach wie vor Unklarheit. Der Befehlshaber der niederländischen Streitkräfte, General Onno Eichelsheim, gab auf einer Pressekonferenz bekannt, er habe aufgrund der derzeitigen Trockenheit im Land zusätzliche Maßnahmen für die Truppenübungen ergriffen. Er betonte jedoch, dass die laufenden Übungen nicht unterbrochen würden und es noch zu früh sei, um zu sagen, dass Armeeangehörige verantwortlich seien, wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtete.