Umstrittene Abschiebepraxis Minnesota scheitert vor Gericht mit Antrag gegen ICE-Razzien

Trauer um Alex Pretti in Minnesota
Minneapolis, Minnesota: Blumen-Gedenken für den durch einen ICE-Einsatz ums Leben gekommenen Alex Pretti 
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Im Streit um das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE muss der Bundesstaat Minnsota eine Schlappe einstecken: Eine Richterin wies den Antrag zurück, die Razzien zu beenden.

Ein Gericht in Minneapolis, der größten Stadt des US-Bundesstaates Minnesota, lehnt es ab, die umstrittenen ICE-Razzien zu beenden. Bundesrichterin Katherine Menendez schreibt in ihrer Entscheidung über den entsprechenden Antrag: "Letztendlich kommt das Gericht zu dem Schluss, dass die Abwägung der Schäden nicht eindeutig für eine einstweilige Verfügung spricht."

Die Regierung in Minnesota hatte argumentiert, dass die Einsätze der Bundesbehörden seine Rechte als Bundesstaat verletzen. Deshalb solle die Justiz die ICE-Einsätze in Minnesota per einstweiliger Verfügung stoppen. Diesem Antrag kam das Gericht nicht nach. 

Einwanderungsbehörde ICE geht in Minnesota brutal vor

Einsatzkräfte von US-Bundesbehörden wie ICE führen seit Wochen in Minneapolis massive Razzien aus, bei denen sie teilweise mit brutaler Gewalt vorgehen. Bei Protesten gegen die Einsätze wurden in der Metropole zwei US-Bürger getötet: Der 37-Jährige Krankenpfleger Alex Pretti war Mitte Januar am Rande einer Abschiebe-Razzia in Minneapolis erschossen worden. Zuvor war am 7. Januar die unbewaffnete Autofahrerin Renee Good erschossen worden.

Am Freitag protestierten tausende Menschen in Minneapolis gegen die Razzien der US-Einwanderungsbehörde. Die Demonstranten brachten mit Transparenten und Schildern ihre Wut über die Politik von US-Präsident Donald Trump und das ICE-Vorgehen zum Ausdruck. Der Protest bei eisigen Temperaturen wurde von Rockstar Bruce Springsteen unterstützt. Er sang bei der Demonstration in Minneapolis seinen neuen Protestsong  "Streets of Minneapolis", den er nach den tödlichen Schüssen komponiert hatte.

AFP