Tod von Alex Pretti US-Justiz leitet Ermittlungen gegen ICE-Beamte ein

Alex Prettis Tod in Minneapolis wurde zum Sinnbild der Vorgehensweise vieler ICE-Beamte
Alex Prettis Tod in Minneapolis wurde zum Sinnbild der Vorgehensweise vieler ICE-Beamte
© Diana Apfelbacher / Imago Images
Der Tod von Alex Pretti in Minneapolis schockierte die Welt. Nun hat US-Vize-Justizminister Todd Blanche angekündigt, den Fall aufzuklären. Auch das FBI soll involviert sein.

Das US-Justizministerium hat nach den tödlichen Schüssen von Bundesbeamten auf den US-Bürger Alex Pretti in Minneapolis Ermittlungen eingeleitet. Vize-Justizminister Todd Blanche bestätigte auf einer Pressekonferenz, dass die Bürgerrechtsabteilung des Ministeriums gemeinsam mit der Bundespolizei FBI untersuche, ob Beamte dabei gegen Bürgerrechte verstoßen haben. Verfassungsmäßige Rechte schützen in den USA vor unverhältnismäßiger Gewalt.

Der 37-jährige Pretti war am vergangenen Samstag bei einem Einsatz von Bundesbeamten des Heimatschutzministeriums in Minneapolis tödlich getroffen worden. Medien berichteten nach dem Vorfall, dass Videoaufnahmen den anfänglichen Darstellungen aus dem Heimatschutzministerium widersprechen, wonach Pretti die Beamten mit einer Waffe bedroht habe. Der Tod des Mannes und das Vorgehen der Bundesbehörden im Rahmen der Durchsetzung der Einwanderungspolitik hatten in Minnesota und landesweit Empörung und Proteste ausgelöst.

Prettis Fall in Minneapolis löste auch Diskussion um den Tod von Renée Good aus

Man schaue sich «alles an, was Aufschluss darüber geben kann, was an diesem Tag sowie in den Tagen und Wochen davor geschehen ist», sagte Blanche bei einer Pressekonferenz. Dazu gehörten Videoaufnahmen, Zeugenaussagen und weitere Beweismittel. Das FBI ermittle, das Heimatschutzministerium arbeite parallel an einer eigenen Untersuchung.

Die Entscheidung hat eine Debatte ausgelöst, warum der Fall Pretti als möglicher Bürgerrechtsverstoß geprüft wird, nicht aber der Tod von Renée Good, die Anfang Januar ebenfalls in Minneapolis von Bundesbeamten erschossen worden war. Blanche betonte, die Bürgerrechtsabteilung untersuche nicht jeden Schusswaffeneinsatz von Sicherheitskräften. Dafür müsse es besondere Umstände oder bislang ungeklärte Tatsachen geben, die eine solche Prüfung rechtfertigten.

DPA
pgo

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