Zwei Brüder der bei einem Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis getöteten Renée Good haben sichtlich mitgenommen von ihrem Leid berichtet. Die "völlig surrealen Szenen", die sich auf den Straßen von Minneapolis abspielten, seien bar jeder Beschreibung, sagte Luke Ganger am Dienstag (Ortszeit) vor Abgeordneten im US-Kongress. "Diese Begegnungen mit Bundesbeamten verändern die Gemeinschaft und verändern viele Leben, einschließlich unseres, für immer".
Die Brüder sprachen in einem Forum des US-Kongresses, das sich mit dem Einsatz von Gewalt durch Bundesbeamte befasste. Der "New York Times" zufolge, die den Videomitschnitt veröffentlichte, waren nur Demokraten anwesend. Indirekt appellierte Luke Ganger an die Politiker, etwas gegen die Gewalt auf den Straßen im Zuge der rigorosen Abschiebepolitik von US-Präsident Donald Trump zu unternehmen. "Wir hatten uns in den vergangenen zwei Wochen etwas damit getröstet, dass Renées Tod vielleicht einen Wandel in unserem Land bewirken könnte", sagte er. "Aber das ist nicht der Fall."
ICE-Razzien in Minneapolis: Betroffenheit unter den Abgeordneten
In seiner Aussage berichtete Luke Ganger von den Reaktionen in seiner Familie: Die sei "hoffnungslos und verzweifelt" in Bezug auf Veränderungen. Er beschrieb die Schwierigkeiten, seiner kleinen Tochter die Geschehnisse zu erklären. "Ich kann ihr nicht erklären, was es mit den surrealen Szenen auf sich hat, wenn sie ICE-Beamten in der Stadt begegneten." Der zweite Bruder Brent Ganger erzählte, wie fürsorglich seine Schwester mit ihren Kindern gewesen sei. Dabei wurde Brent Ganger sichtlich emotional und sorgte unter den Abgeordneten für Betroffenheit.
Die 37-Jährige und der ebenfalls US-amerikanische Staatsbürger Alex Pretti waren im Zuge von ICE-Einsätzen in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota im Januar getötet worden. Dies löste eine große Empörungswelle im ganzen Land aus. Schon zuvor hatte das Vorgehen der ICE-Einsatzkräfte, das Teil der Abschiebepolitik unter Präsident Donald Trump ist, auf der Suche nach Migranten ohne Papiere für große Kritik gesorgt.